Die kleine Republik Montenegro, bisher Teil von Serbien-Montenegro, steuert auf die Unabhängigkeit zu. Nach einer ersten Hochrechnung der unabhängigen Wahlforschungsgruppe Cesid in der Hauptstadt Podgorica sprachen sich am Sonntag 56,3 Prozent der etwa 480.000 Wahlberechtigten dafür aus, den Staatsverbund mit dem deutlich größeren Serbien zu verlassen und einen souveränen Staat zu gründen. Für eine Unabhängigkeit sind mindestens 55 Prozent der Stimmen nötig. Befürworter einer Souveränität und die proserbischen Gegner hielten sich nach letzten Meinungsumfragen in etwa die Waage, so dass ein äußerst knappes Ergebnis erwartet wurde.

Mit einer unerwartet hohen Wahlbeteiligung – sie lag bei 90 Prozent - hatten die Bürger Montenegros am Sonntag über eine Loslösung ihres Landes aus dem Staatenverbund mit Serbien abgestimmt. Bei der letzten Parlamentswahl vor vier Jahren waren rund 77 Prozent zur Wahl gegangen. Mit seiner Schönheit möchte das Land künftig mehr Touristen anziehen

Nach Darstellung von Beobachtern zeigt die Rekordbeteiligung, wie emotional aufgeladen das Thema Trennung von Serbien oder Fortführung des Staatsverbundes mit dem »engsten Blutsverwandten« ist. Die Europäische Union hatte festgelegt, dass die Unabhängigkeit nur dann anerkannt wird, wenn mindestens 50 Prozent der Wähler an der Abstimmung teilnehmen und wenigstens 55 von ihnen mit Ja stimmen.