Herr Dittrich, wo waren Sie am 7. Juli 1974?
Olli Dittrich: Okay, Endspiel, oder? Genau – da war ich in Madrid.

Im Urlaub?
Ich war noch nicht ganz 18 und mit meinen Freunden Lucian Segura, der damals Banjospieler und Gitarrist in meiner Skiffleband war, und Martin Vögel mit einem Rail-Europe-Union-Pass auf einer lustigen kleinen Teenager-Europarundreise. Lucian hatte damals Großeltern in Madrid, bei denen haben wir das Finale auf dem Balkon gesehen.

25. Mai 1983?
HSV gegen Juventus Turin, oder? Da saß ich in Hamburg zusammen mit meinem Kumpel Micky Stickdorn beim Italiener. Wir waren die beiden einzigen Nicht-Italiener. So ein Spiel unter Italienern zu sehen war irgendwie super. Es war alles locker und fair. Supertor von Magath, Superzeit des HSV.

8. Juli 1990?
Ich habe das Endspiel alleine zu Hause geguckt.

Warum das?
Weiß ich nicht mehr. Ich saß in meiner damaligen WG vor einem alten Fernseher, der nicht mehr auszumachen war, weil der Druckschalter kaputt war, daher musste man immer den Stecker ziehen. Den Fernseher hatte ich mir für die WM zurechtgemacht, ich hatte einen Fanschal oben drüber gelegt und einen Aschenbecher in Form eines Stadions draufgestellt. Den Aschenbecher habe ich heute noch.

Was war das für ein Schal?
Inter Mailand. Ich hatte mir damals nicht extra einen Deutschland- Schal kaufen wollen. Es reichte mir, irgendeinen Schal zu nehmen, der mit Fußball zu tun hatte, und den hatte ich noch.

7. April 2006?
7. April? Ach, das letzte Heimspiel des HSV. Oder doch nicht? War das das letzte Heimspiel? Was war denn der 7. für ein Tag?

Ein Freitag.
Wie jetzt, der Tag an dem bekannt wurde, dass Olli Kahn nicht die Nummer eins wird, oder was?