Gewerkschaften und Arbeitgeber haben sich dem Vernehmen nach im Tarifkonflikt des öffentlichen Dienstes geeinigt. Eine endgültige Bestätigung durch die Tarifkommission der Gewerkschaft ver.di stand am Freitagabend in Potsdam aber noch aus.

Am schwierigsten war die Einigung in der strittigen Arbeitszeitfrage. Hier sollen sich die Tarifpartner auf einen komplizierten Kompromiss verständigt haben, der unterschiedliche Arbeitszeiten in den Ländern akzeptiert. Dabei soll es auch Einmalzahlungen geben.

Die Tarifgemeinschaft deutscher Länder (TdL), die Dienstleistungsgewerkschaft ver.di und die Tarifunion des Beamtenbundes (dbb) hatten seit Donnerstag verhandelt. Der Tarifkonflikt war festgefahren, nachdem vor gut zwei Monaten die Verhandlungen abgebrochen waren.

Tritt der Tarifvertrag in Kraft, wird es keine einheitlichen Arbeitszeiten mehr im öffentlichen Dienst geben. Schon jetzt sind die Regelungen für Bund und Kommunen unterschiedlich. Das Potsdamer Modell berücksichtigt die tatsächlichen Arbeitszeiten. Nach dem alten Bundesangestelltentarif (BAT) sind es 38,5 Stunden. Bei Neueinstellungen und Umgruppierungen wurden fast überall längere Arbeitszeiten vereinbart, in Bayern 42 Stunden.

Das Modell ermittelt für jedes Land einen anderen Durchschnittswert, auf den die Altverträge angehoben werden. Die neuen Verträge müssen nach einer Übergangszeit angepasst werden, hieß es.