Dennoch sei es richtig gewesen, Saddam Hussein zu stürzen und für die Demokratisierung des Landes einzutreten. Er habe zudem gelernt, mit Worten vorsichtiger zu sein, antwortete Bush auf die Frage nach den Fehlern, die er am meisten bedaure. Manche Formulierungen - wie "tot oder lebendig" im Zusammenhang mit der Jagd nach Terroristen - seien in manchen Teilen der Welt "missverstanden" worden.

Die Truppen der Koalition würden so lange im Irak bleiben, bis die irakische Regierung selbst Sicherheit im Land garantieren könne. Mit der Regierungsbildung in Bagdad befinde sich der Irak auf einem guten Weg zu Stabilisierung und nationaler Versöhnung, betonte Bush. Auch wenn in den drei schwierigen Jahren, "in denen nicht alles so war, wie wir es erwartet und erhofft haben", mache nun das ehrgeizige Programm des irakischen Ministerpräsidenten Nuri al-Maliki Hoffnung auf eine positive Entwicklung, sagte Bush auf der gemeinsamen Pressekonferenz mit Blair im Weißen Haus.

Blair betonte, dass kein politischer Führer im Irak einen raschen Abzug der Koalitionstruppen wünsche. "Nicht einer der gewählten politischen Führer der verschiedenen Gruppen will, dass wir jetzt gehen", sagte Blair. Zunächst einmal gehe es darum, dass die irakischen Sicherheitskräfte selbst die Verantwortung für die Sicherheit übernehmen könnten. "Die Herausforderung bleibt enorm", betonte der britische Premier. "Es wäre töricht, zu sagen, es gebe keine Probleme mit dem Militär und der Polizei im Irak." Aber dennoch seien die Fortschritte beeindruckend und ermutigend. Bush und Blair nannten auf Fragen keinen Zeitplan für den Abzug der Truppen aus den USA, Großbritannien und den anderen Koalitionsländern. Das richte sich nach den Fortschritten im Irak.

Der Iran kann nach den Worten von US-Präsident George W. Bush nur dann mit "Belohnungen" rechnen, wenn er im Atomstreit einlenke. Teheran müsse zunächst die Anreicherung von Uran aufgeben und internationale Abkommen respektieren, sagte Bush.

Auf die Frage nach direkten Gesprächen zwischen den USA und dem Iran sagte Bush, dass er den internationalen Bemühungen der so genannten "E3" - Deutschland, Großbritannien und Frankreich - sowie der UN vertraue. "Die Iraner haben den Verhandlungstisch verlassen, und nun liegt die Entscheidung bei ihnen", sagte Bush. Wenn die Iraner etwas erwarteten, dann müssten sie "zum Wohle der Welt" handeln. Er habe mit Blair lange über die Probleme mit dem Iran gesprochen. Dabei sei es vor allem darum gegangen, "andere in der Welt davon zu überzeugen, dass ein Iran mit Atomwaffen sehr gefährlich sein würde".