Fast zweieinhalb Jahre nach dem grausamen Tod der kleinen Karolina aus Weißenhorn in Bayern hat das Landgericht München II am Mittwoch das Urteil im neu aufgerollten Verfahren gesprochen: die Mutter und deren Ex-Freund wurden wegen Mordes verurteilt. Dem 32-jährige Mann wurde zudem eine besondere Schwere der Schuld bescheinigt, er kann also nicht nach 15 Jahren Haft seine vorzeitige Entlassung beantragen.

Der sadistisch veranlagte Mann hatte die Dreijährige über mehrere Tage mit unvorstellbarer Grausamkeit zu Tode gequält, die Mutter verhinderte das Martyrium ihrer Tochter nicht. Mit dem Urteil ging das Gericht über den Antrag des Staatsanwalts hinaus, der für die 27-jährigen Mutter nur acht Jahre Haft wegen Mordes durch Unterlassen gefordert hatte. Das Publikum im Gerichtssaal quittierte das Strafmaß mit Beifall.

Beide Angeklagte mussten sich bereits zum zweiten Mal verantworten. Das Landgericht Memmingen hatte den Mann vor gut einem Jahr wegen Körperverletzung mit Todesfolge zu zehn Jahren und drei Monaten Haft und die Mutter zu fünfeinhalb Jahren Haft verurteilt. Der Bundesgerichtshof hatte dieses Urteil als zu milde aufgehoben.