Der deutsche Staatsbürger Khaled El-Masri soll im Auftrag amerikanischer Geheimdienste entführt und in einem geheimen US-Gefängnis in Afghanistan gefoltert worden sein. Nach monatelangem Tauziehen befasst sich auch der BND-Untersuchungsausschuss mit diesem Fall. Eine Chronologie, die zum Teil auf El-Masris Angaben beruht:

Dezember 2003 : El-Masri wird an der serbisch-mazedonischen Grenze aus einem Reisebus geholt. Er wird nach Skopje gebracht und von Sicherheitsbeamten über das Terrornetzwerk al-Qaida befragt.

Januar 2004 : Nach rund drei Wochen in Skopje bringen ihn US-Agenten zum Flughafen, wo er in einer Verhörzelle geschlagen wird. Er wird betäubt, nach Afghanistan geflogen und dort in ein geheimes Gefängnis gebracht.

Ende Mai 2004 : El-Masri wird gefesselt zum Flughafen gebracht. Man fliegt ihn nach Albanien, wo er in einem Wald ausgesetzt wird. Der damalige Innenminister Otto Schily (SPD) soll von dem damaligen US-Botschafter Daniel Coats bereits persönlich informiert worden sein.

29. Mai 2004 : El-Masri kehrt nach Neu-Ulm zurück.

Juni 2004 : Er schaltet den Anwalt Manfred Gnjidic ein, der das Bundeskanzleramt und das Auswärtige Amt informiert. Die Staatsanwaltschaft München I nimmt Ermittlungen gegen unbekannt auf.