Peru hat dem sozialdemokratischen Ex-Präsidenten Alan García bei der Wahl am Sonntag eine zweite Chance gegeben. García gewann klar mit 55,45 Prozent der Stimmen. Sein Gegner in der Stichwahl, der autoritär-nationalistische Ex-Militär Ollanta Humala, landete nach diesen Angaben abgeschlagen bei 44,54 Prozent. Humala räumte seine Niederlage ein und kündigte eine entschiedene Opposition an.
Freude in Lima: Alan Garcia wurde mit 55,45 Prozent der Stimmen als Präsident wiedergewählt BILD

Vor 16 Jahren endete die erste, katastrophale Regierungszeit Garcías, die von 1985 bis 1990 dauerte, in Schimpf und Schande. Hyperinflation, Korruptionsaffären und Menschenrechtsverbrechen kennzeichneten seine Bilanz. Jetzt hat García fünf weitere Jahre Zeit, die Gespenster der Vergangenheit zu verscheuchen. Seine Arbeit wird allerdings dadurch erschwert, dass er sich im Parlament auf keine eigene Mehrheit stützen kann.

"Ich war damals zu jung und habe dazu gelernt", warb der heute 57-jährige Rechtsanwalt und Berufspolitiker im Wahlkampf. Als neu gewählter Präsident kündigte er vor zehntausenden Anhängern eine "strenge und sparsame Regierung" an. "Keine Verschwendung, keine Reisen und keine übertriebenen Gehälter", sagte er im Hinblick auf seine erste Amtszeit selbstkritisch.

Zugleich versprach García eine entschiedene Bekämpfung der Armut, unter der mehr als 50 Prozent der etwa 27 Millionen Peruaner leiden. Ihre Situation zu verbessern, ohne die Wirtschaft zum Entgleisen zu bringen, wird seine größte Herausforderung sein.

Das Freihandelsabkommen mit den USA könnte García ebenfalls Probleme bereiten. Der Widerstand in der Landwirtschaft ist groß und eine Nachverhandlung nicht sehr erfolgversprechend. Aus Sicht des US-Kongresses ist das Abkommen schon jetzt so vorteilhaft für Peru, dass eine parlamentarische Mehrheit in Washington unwahrscheinlich erscheint.

García sei für viele Peruaner einfach das kleinere Übel gewesen, kommentierten Beobachter am Wahlabend in Lima. Sein Sieg gehe vor allem auf das Konto seines Gegenspielers Ollanta Humala. Der 43-jährige steht Venezuelas links-populistischen Präsidenten Hugo Chávez nahe und hatte sich als Schrecken der Mittel- und Oberklasse präsentiert. Damit sammelte er vor allem Stimmen bei den armen Peruanern.