Deutschland und 13 weitere europäische Länder sollen nach Erkenntnissen des Europaratsabgeordneten Dick Marty amerikanischen Geheimdiensten bei Entführungen geholfen haben. Genaue Beweise lägen nicht vor, doch gäbe es ausreichend Hinweise, die weiter gehende Ermittlungen rechtfertigten, hieß es in dem Abschlussbericht Martys, der am Mittwoch in Paris vorgelegt wurde. Polen und Rumänien wird darin vorgeworfen, auf ihrem Staatsgebiet geheime Gefangenenlager unterhalten zu haben. Europarats-Ermittler Dick Marty BILD

Im vergangenen Herbst hatten US-Medien erstmals von geheimen CIA-Gefängnissen und Verhörzentren in Europa berichtet. Dabei gab es wiederholt Hinweise auf Polen und Rumänien. Vertreter der gegenwärtigen wie auch der früheren polnischen Regierungen widersprachen den Vorwürfen, bestätigten jedoch, dass amerikanische Flugzeuge mit CIA-Beamten in Polen gelandet seien.

Nach dem aktuellen Bericht gilt es als wahrscheinlich, dass ein Flughafen in Polen als Übergabepunkt für CIA-Gefangene genutzt worden sei. Außerdem soll es auf polnischem Boden laut Marty geheime Gefangenenlager gegeben haben. Polens Ministerpräsident Kazimierz Marcinkiewicz wies am Mittwoch den Bericht des Europarates zu CIA-Flügen mit Terrorverdächtigen nach Polen zurück. »Das sind Verallgemeinerungen, die auf keinerlei Tatsachen basieren«, sagte er vor Journalisten in Warschau.