Verteidigungspolitiker von SPD und CDU erwägen angesichts der sich zuspitzenden Sicherheitslage eine Veränderung des Afghanistan-Mandats der Bundeswehr. "Wenn es zu gefährlich wird, wird man das Konzept anpassen müssen", sagte der stellvertretende verteidigungspolitische Sprecher der SPD-Fraktion, Hans-Peter Bartels, dem Kölner Stadt-Anzeiger . Der Verteidigungsexperte der Union, Bernd Siebert (CDU), sagte: "Wenn die Risiken im Norden größer werden, müssen unsere Soldaten in eine bessere Situation gebracht werden. Wir müssen dann unseren Schutz verstärken" - in Militärkreisen ist in diesem Zusammenhang auch von einem "robusteren Auftrag" für die Truppe die Rede.

Verteidigungsminister Franz Josef Jung (CDU) rechnet damit, dass die Bundeswehr noch mindestens fünf Jahre in Afghanistan bleiben muss. Jung sagte der Mainzer Allgemeinen Zeitung , "wir brauchen noch Zeit um sagen zu können, das Land ist jetzt selbst in der Lage, für seine Sicherheit zu sorgen. Wir nehmen ja jetzt erst die Stabilisierung von ganz Afghanistan ins Blickfeld".

Vor wenigen Tagen hatte die Truppe das regionale ISAF-Kommando im Norden des Landes übernommen. Seither reißt die Diskussion über die Gefährdung der deutschen Soldaten nicht ab.

Das Bundestagsmandat für die Bundeswehr umfasst maximal 3000 Soldaten in der afghanischen Hauptstadt Kabul und im Norden des Landes und gilt noch bis Mitte Oktober. Bis dahin müsste der Bundestag über ein neues Mandat beschließen.