Ein Eigentor hat England zum erhofften Startsieg bei der Fußball-Weltmeisterschaft verholfen. Höheren Ansprüchen wurde der selbst ernannte Titelkandidat beim 1:0 gegen Paraguay allerdings nicht gerecht. Carlos Gamarra nahm den sturmschwachen Engländern am Samstag das Toreschießen ab, als er in der 3. Minute einen Freistoß von David Beckham per Kopf ins eigene Netz beförderte.  So verlief das erste Spiel der Gruppe B vor 48 900 Zuschauern in der Frankfurter Arena.

Während die letzte Mission von Sven-Göran Eriksson auf der englischen Trainerbank mit dem erwarteten Erfolg begann, geht es für die Südamerikaner im zweiten Turnierspiel am kommenden Donnerstag in Berlin gegen Schweden bereits um Alles oder Nichts. Am gleichen Tag wollen die "Tre Kronors" mit einem Sieg gegen Trinidad und Tobago in Nürnberg dem angestrebten Gruppensieg nahe kommen.

Bei ihrem Auftritt konnten die Engländer ihre vollmundige Ankündigung, ein Titelanwärter zu sein, nicht durch Leistung untermauern. Zwar machte das Team auch ohne Stürmerstar Wayne Rooney zur Freude der rund 40 000 mitgereisten Fans - unter ihnen der  britische Prinz William- zunächst mächtig Dampf. Doch nach dem bisher schnellsten Turniertor zeigte sich Erikssons Mannschaft trotz klarer Feldvorteile recht ideenlos.

Wohl auch wegen der großen Hitze schalteten die "Three Lions" gegen einen Gegner, der nur selten über die Rolle eines Sparringspartners hinauskam, auf Schongang um. Das viel gelobte Mittelfeld mit Beckham in seinem 90. Länderspiel, Steven Gerrard und Frank Lampard wurde den hohen Erwartungen nicht gerecht und auch im Angriff lief nichts zusammen. Während Rooney-Vertreter Peter Crouch in der Spitze ständig in Bewegung war, blieb Michael Owen praktisch wirkungslos. Mit "Rooney, Rooney"-Sprechchören quittierten die englischen Fans die enttäuschende Leistung ihrer Mannschaft.

Für Paraguay, das vor vier Jahren erst im Achtelfinale an Deutschland gescheitert war, hätte die siebte WM-Teilnahme nicht schlechter beginnen können. Vier Minuten nach dem Eigentor verletzte sich der Torwart Justo Villar bei einer Abwehraktion außerhalb seines Strafraums und musste durch Aldo Bobadilla ersetzt werden.