Schon vor seinem zweiten Spiel gegen Deutschland steht das polnische Team jetzt gewaltig unter Druck. Es unterlag am Freitagabend überraschend in seinem Auftaktmatch gegen Ecuador 0:2 (0:1) und benötigt in Dortmund gegen das DFB-Team nun unbedingt ein Erfolgserlebnis, um nicht wie vor vier Jahren schon wieder in der Vorrunde zu scheitern. Vor 52 000 Zuschauern in der ausverkauften Arena Gelsenkirchen, darunter etwa 40 000 Polen, trafen Carlos Tenorio (24. Minute) und Agustin Delgado (80.). Die Südamerikaner übernehmen in der Gruppe A den zweiten Platz hinter Deutschland.

Neben den Bundesliga-Profis Ebi Smolarek und Jacek Krzynowek lief für Polen auch Artur Boruc auf. Erst kurz vor dem Anpfiff der Partie hatte Trainer Pawel Janas die mit Spannung erwartete Entscheidung über seine Nummer 1 bekannt gegeben. Und der Torhüter von Celtic Glasgow, der zuletzt in Testspielen mehrmals gepatzt und dadurch seinen Stammplatz aufs Spiel gesetzt hatte, musste gleich von Beginn aufmerksam sein, weil seine als Schwachpunkt geltende Hintermannschaft wie erwartet erhebliche Defizite offenbarte.

Nach einem zu kurzen Rückpass konnte er gegen Edwin Tenorio noch retten (17.), beim 0:1 war Boruc aber machtlos. Nach einem weiten Einwurf patzte Manndecker Mariusz Jop, so dass Agustin Delgado den Ball per Kopf verlängern konnte – Carlos Tenorio brauchte nur abzustauben. Die Ecuadorianer spielten schnell und brachten die Polen nun wiederholt in Verlegenheit. Doch weder Ulises de la Cruz (33.) noch Edison Mendez (38.), bei dessen abgefälschtem Freistoß Boruc glänzend reagierte, konnten ihre Einschussmöglichkeiten nutzen. Der Favorit aus Osteuropa hatte vor der Pause zwar mehr vom Spiel, aber es mangelte ihm an Ideen und vor allem an Durchschlagskraft.

Nach der Pause verstärkte Polen den Druck auf das Tor von Cristian Mora, der wie sein Gegenüber nicht als der sicherste gilt, aber von den "weißen Adlern" viel zu wenig beschäftigt wurde. In der Schlussphase der nun äußerst mäßigen Partie waren die Ecuadorianer nur selten in der Lage, gegen die zwar aufkommenden, aber harmlosen Polen für die nötige Entlastung zu sorgen. Chancen blieben vor allem bei den Polen, für die Jelen (85.) und Brozek (89.) nur den Pfosten trafen, mit Ausnahme der Endphase Mangelware. Zuvor hatte Delgado aber eine der wenigen Gelegenheiten zur Entscheidung genutzt.

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