Mit der Kapitalanlage an der Börse verhält es sich ein wenig wie mit Fußballwetten. Der Anleger beobachtet zunächst möglichst genau die Mannschaften - vulgo: Unternehmen -, die sich dem Turnier - den Finanzmärkten - stellen. Alsdann versucht er, aus ihrer bisherigen Leistung und der Strategie, mit welcher die Teams sich für die Zukunft fit machen wollen, auf ihre künftige Performance zu schließen. Er analysiert die Konkurrenzsituation, wählt seinen Favoriten, schaut, welchen Einsatz er erübrigen kann, setzt seinen Betrag und hofft, nichts Wesentliches übersehen zu haben.

Doch alle Sorgfalt hilft zuweilen nichts. Manche Faktoren bleiben unberechenbar. Starspieler können sich verletzen, fallen aus und bringen so ihre Mannschaft um Siegchancen. Regnerisches "Fritz-Walter-Wetter" mag selbst den Brasilianern ihre Spielfreude verderben. Ebenso verlieren Unternehmen ihre besten Mitarbeiter, werden in einem rasant wechselnden Umfeld von ihrer Position verdrängt, oder ihre Anteilsscheine geraten in Abwärtsbewegungen, die beispielsweise in Währungskrisen oder nach terroristischen Angriffen den ganzen Markt nach unten ziehen.

Auf dem Börsenparkett wie im Wettbüro gilt daher: Wer viel riskiert, kann viel verlieren - aber auch viel gewinnen . Wer zu den Gewinnern gehören möchte, sollte deshalb genau Bescheid wissen über die verschiedenen Arten von Risiken, die eine Geldanlage mit sich bringt. Die sieben wichtigsten unter ihnen sind:

Das Klumpenrisiko : Wer nur auf wenige Teams setzt, statt seinen Einsatz zu streuen, muss dafür möglicherweise bezahlen. Das Kreditrisiko : Wer - etwa über den Kauf von Anleihen - nicht kreditwürdigen Mannschaften ein Darlehen gibt, erhält es vielleicht nie zurück. Das Liquiditätsrisiko: Wer seine Wertpapiere verkaufen möchte, wenn alle anderen das auch tun, findet dafür nicht unbedingt einen Käufer. Das systemische Risiko: Wer in eine Kettenreaktion gerät, die durch Panikverkäufe oder geplatzte Spekulationsblasen ausgelöst wird, hat Pech gehabt.

Das Verhaltensrisiko: Ihm erliegt, wer sich bei der Geldanlage von Gefühlen leiten lässt - und das tun Anleger häufiger, als ihnen bewusst ist . Das Wechselkursrisiko: Wer Anleihen und Aktien in Fremdwährungen kauft, riskiert Verluste bei deren Abwertung. Und schließlich das Zinsänderungsrisiko , das die Märkte derzeit wohl am meisten beschäftigt. Merke: Nicht nur, dass die Aktienkurse unter der Furcht vor steigenden Zinsen leiden. Steigen sie tatsächlich, brechen auch die Anleihekurse ein .

Detailinformationen über jede einzeln Risikoform gibt es beim Klick auf den jeweiligen Link. Doch Vorsicht: Wer seine Risiken kennt, kann die Wahrscheinlichkeit von Verlusten zwar minimieren, aber ganz auszuschließen sind sie nicht. Sicherheitsorientierte Anleger werden deshalb auch weiterhin mit geringeren Erträgen leben müssen. Für andere liegt vermutlich gerade im Risiko der Reiz der Börse - eben ganz wie bei Fußballwetten.

Mehr über Risiko, Geldanlage und Finanzmärkte erfahren Sie unter www.zeit.de/finanzen .