Wegen einer Muskelverhärtung in seiner rechten Wade sollte Michael Ballack das Eröffnungsspiel gegen Costa Rica nur als Zuschauer verfolgen – nun hat die Geschichte um seine Verletzung eine neue Wendung genommen: "Ich fühle mich fit. Ich will spielen", sagte Ballack gestern Abend.

Noch zuvor musste sich der Mannschaftskapitän gegen Vorwürfe wehren, dass er zu sorglos mit der Blessur umgegangen sei. Spekulationen waren aufgekommen, nachdem Trainer Jürgen Klinsmann bei einer Pressekonferenz davon gesprochen hatte, Ballack habe die Verletzung "unterschätzt".

Der spielt den Ball nun an Klinsmann zurück. "Ich spüre keine Schmerzen. Ob er mich gegen Costa Rica spielen lässt, ist jetzt seine Entscheidung." Und die ist noch nicht gefallen. Schon im Vorfeld hatte Klinsmann angedeutet, vorsichtig mit seinem wichtigsten Mann umgehen zu wollen: "Das Allerwichtigste ist, voraus zu blicken. Wir hoffen, dass er zum zweiten Spiel zur Verfügung steht", erklärte der Bundestrainer. Die endgültige Mannschaftsaufstellung soll heute Nachmittag bekannt gegeben werden.

Die Verletzung, die sich der 29-jährige Kapitän der Nationalmannschaft im Testspiel gegen Kolumbien zugezogen hatte, war so kurz vor dem ersten Spiel als herber Rückschlag für die junge deutsche Mannschaft gewertet worden. Ballack selbst hatte die Chancen des deutschen Teams zurückhaltend eingeschätzt: "Die Ergebnisse und die Leistungen im Vorfeld der Weltmeisterschaft zeigen, dass diese Mannschaft noch schwankt und nicht so stabil ist".

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