Das Frankfurter Fotografenehepaar Geo und Daniel Fuchs hat zwei Jahre lang Gefängnisse besucht, in denen Opfer der Stasi saßen. Erschütternd ist der Blick auf diese unberührt scheinenden Orte, Relikte von Verfolgung und Unterdrückung, deren Unbarmherzigkeit die dokumentarischen Aufnahmen spiegeln. Wie diese eine Einzelzelle mit Pritsche, Waschbecken und Notdurfteimer im Untersuchungsgefängnis Potsdam. Ein Gefangener, der sich hier aufhielt, wusste nie, wo er sich befand. Er wurde erst viele Stunden durch die Gegend gefahren, dann landete er in einer solchen Zellen mit Glasbausteinen, die keinen Blick auf die Außenwelt erlauben.

Streng dokumentarisch bilden die Aufnahmen den Raum ab. Durch die Achsenverschiebung erwecken sie beim Betrachter den Eindruck, er stünde in Mitten der Räume. Dieses Bild zeigt einen scheinbar unendlich langen Gang im Archiv der Birthler-Behörde, Akte an Akte über tausende von Metern. Jede einzelne steht für ein Einzelschicksal in jenem unmenschlichen System.

Ein Fotostuhl im Untersuchungsgefängnis von Potsdam. Hier wurden die Gefangenen am Anfang ihrer Haft fotografiert. Nach der Aufnahme bekam jeder Gefangene von einem Stasimitarbeiter eine Nummer, die für die Zeit seines Aufenthalts seinen Namen löschte.

Das Licht am Ende dieser Treppenfolge im Gefängnis Bautzen ist hoffnungslos weit entfernt. Eingefrorene Vergangenheit - still und bedrohlich.

Ein verlorener Stuhl steht im Flur auf der Mielke-Etage. Durch diesen Gang in der ehemalige Stasizentrale an der Normannenstraße in Berlin liefen Sekretäre, Personenschützer und Chauffeure.

Schalldicht gepolsterte Türen im Vernehmertrakt in Hohenschönhausen. Halb geöffnet durchschneiden sie den düsteren Flur mit grellem Licht. Die städtische Galerie Neunkirchen zeigt die Ausstellung des Ehepaars Fuchs noch bis zum 28. Januar 2007.

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