Dass das Duell Portugal gegen Angola keine fußballerische Offenbarung werden würde, davon konnte man schon vor Anpfiff der Partie ausgehen. Nicht aber vom wahrlich niedrigen Niveau der Begegnung. Portugal, das bei der EM vor zwei Jahren immerhin noch im Finale stand, wurde im Vorfeld als einer der (Geheim-) Favoriten gehandelt. Das Team des ehemaligen Weltfußballers Luis Figo und seines proklamierten Nachfolgers Christiano Ronaldo verfügt nominell über einen der besten Kader im diesjährigen Turnier und begeisterte in der Qualifikation mit herrlich anzuschauendem Offensivspiel.

Davon war im gestrigen Spiel über weite Strecken nicht viel zu erkennen. Allein in der Anfangsphase zeigten die Portugiesen, wozu sie an einem guten Tag fähig sind. Es dauerte genau 14 Sekunden, bis Pauleta in aussichtsreicher Position vor dem Tor Angolas auftauchte – und knapp vergab. Das wäre ein Auftakt nach Maß gewesen. Vier Minuten später war es dann doch soweit. Nach schöner Vorarbeit von Luis Figo landete der Ball wiederum bei Pauleta, dem Torschützenkönig der französischen Liga, und dieses Mal ließ der Stürmer nichts anbrennen. 1:0 nach fünf Minuten – Portugal war auf Kurs, Angola geschockt.

Einige Spieler Angolas werden sich an das letzte Aufeinandertreffen der beiden Länder erinnert haben. 2001 besiegte Portugal seine ehemalige Kolonie mit 5:1, das war zumindest der Spielstand, als das Spiel damals vorzeitig abgebrochen wurde. Grund: Vier rote Karten für Angola, das mit überhartem Einsteigen spielerische Mängel ausgleichen wollte. Auch beim gestrigen Spiel in Köln zeigte Angola, dass seine Qualifikation für die WM wohl doch eher dem unbändigen Kampfgeist und ein wenig Glück geschuldet ist, als spielerischer Klasse und taktischer Finesse.

Es dauerte sage und schreibe 89 Minuten, bis die Mannschaft doch noch einen halbwegs sehenswerten Schuss aufs Tor der Portugiesen abgab. In den 85 Minuten, die zwischen Portugals Führungstreffer und Angolas letztem Aufbäumen verstrichen, ereignete sich wenig. Portugal kontrollierte nach Belieben, allerdings ohne dabei gefährlich zu wirken. Angola war wirklich nicht gefährlich. Eigentlich so wie man sich das vor der Partie gedacht hatte, nur mit weniger Toren.

Was neben Toren am meisten fehlte war jedoch eine gewisse Leidenschaft auf dem Feld. Dies ist immerhin eine Weltmeisterschaft. Die Teilnahme daran ist der größte Erfolg im angolanischen Fußball, und dann trifft man sogar auf die ehemaligen Kolonialherren aus Portugal. Das verspricht an sich doch Spannung und Begeisterung. Aber am gestrigen Abend war die Vorgeschichte einfach weitaus besser als das Stück, das auf dem Platz aufgeführt wurde. Die treffendste Zusammenfassung der Geschehnisse auf dem Rasen kam nach Spielende von Portugals Trainer Felipe Scolari: "Sieg ist Sieg – egal, wie knapp das Ergebnis ist."

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