US-Präsident Bush hat Teherans erste Reaktion auf den internationalen Kompromissvorschlag zur Beilegung des Atomstreits begrüßt. "Das hört sich wie eine positive Reaktion an", meinte er am Dienstag zu den Äußerungen des iranischen Atom-Chefunterhändlers Ali Laridschani und des iranische Außenministers Manuchehr Mottaki. Diese hatten zugesagt, die Vorschläge gründlich zu prüfen.

Der EU-Außenbeauftragte Javier Solana hatte US- Außenministerin Condoleezza Rice mitgeteilt, dass seine Gespräche bei der Übergabe der Vorschläge in Teheran "sehr nützlich und konstruktiv" waren. Allerdings sei abzuwarten, ob die Iraner das Angebot ernst nehmen. Solana hofft auf eine Antwort in den kommenden Tagen. Der Prozess sei in einer "delikaten Phase". Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier nimmt an, dass man bis zum G8-Treffen der Außenminister Ende Juni in Moskau mit Entscheidungen rechnen könne. "Wir dürfen nicht zu optimistisch sein. Dies ist aber eine Chance für einen Rückweg zum Verhandlungstisch", sagte Steinmeier. Auch Bundeskanzlerin Angela Merkel und Frankreichs Staatschef Jacques Chirac fordern eine diplomatische Lösung.

Das Angebot der fünf Vetomächte im Weltsicherheitsrat und Deutschlands beinhaltet Anreize für eine Kooperation mit dem Iran, um das Land dazu zu bewegen, seine Urananreicherung zu stoppen. Es ist denkbar, dass der Iran erstmals seit 27 Jahren moderne Boeing-Flugzeug-Ersatzteile für seine alternde Flotte importieren darf. Außerdem könnten die US-Sanktionen so gelockert werden, dass Teheran amerikanische Agrartechnologie einführen könnte. Ein Militärangriff schließt das US-Außenministerium in ihrem Kompromissvorschlag allerdings nicht aus, auch wenn Iran das Angebot annimmt.