Thierry Henry, David Trezeguet, Patrick Viera, Lilian Thuram, Fabien Barthez und natürlich Zinedine Zidane: Die Aufstellung der französischen Nationalmannschaft liest sich wie ein Who’s who des internationalen Spitzenfußballs. Trotzdem werden "Les Bleus" gemeinhin nicht zum Kreis der Titelaspiranten gezählt.

Die Stars von einst sind in die Jahre gekommen. "Zizou" hat bereits seinen Rücktritt für nach der WM erklärt. Auch seine Teamkollegen Lilian Thuram und Claude Makalele befinden sich im Alter von jeweils 34 Jahren im Spätherbst ihrer Profikarriere. Dennoch ist gerade dieses Trio immens wichtig für die Leistung und den Zusammenhalt der französischen Mannschaft. Erst mit ihrer Rückkehr – alle drei waren bereits einmal zurückgetreten – vermochte es Frankreich, in der bis dato miserabel verlaufenden WM-Qualifikation doch noch einen Gang zuzulegen und sich direkt für das Turnier in Deutschland zu qualifizieren.

Der ärgste Konkurrent Frankreichs in der Vorausscheidung war damals das Team der Schweiz, der heutige Gegner in der Gruppe G. Die Schweizer sind, was ihre Aufstellung anbelangt, gewissermaßen der Gegenentwurf zu den "Tricolores". Trainer Jakob Kuhn setzt bewusst auf eine junge Truppe, die meisten Spieler sind jünger als 25 Jahre. Diese Mannschaft soll der Schweiz in zwei Jahren bei der Europameisterschaft in der Schweiz und Österreich ein positives Abschneiden bescheren, die Weltmeisterschaft ist nur ein Bonus. Das ist auch der Hauptunterschied zwischen den beiden Teams: Die Schweiz spielt für die Zukunft, Frankreich sucht sein Heil in der Flucht in die Vergangenheit.

Trotz des desaströsen Auftritts bei der letzten WM, tor- und punktlos, hat im französischen Lager kein Umbruch stattgefunden. Obwohl durchaus Nachwuchs zur Verfügung gestanden hätte, setzte der Verband mit seinem Trainer Domenech weiterhin auf die etablierten Stars von '98, ungeachtet der körperlichen Beschränkungen, die mittlerweile einige von ihnen nach mehr als einem Jahrzehnt internationalem Profifußball plagen.

"Do it again, Sam", heißt es in Casablanca – Aber "Sam" (Zizou) kann nicht mehr so, wie er gerne möchte. Unbestritten ist Zidane einer der großartigsten Spieler, die je den Ball gestreichelt haben. Unvergessen bleiben seine beiden Tore, mit denen er das Finale der Weltmeisterschaft 1998 quasi im Alleingang entschied. Oder der unwahrscheinliche Volleytreffer, der die Herzen der Leverkusener im Championsleague-Finale 2002 brach.

Aber diese brillanten Momente sind selten geworden beim Mann mit der Nummer 10. Allzu oft landen seine Pässe, mit denen er noch vor einigen Jahren Europas Abwehrreihen auseinander riss, beim Gegner. Mittlerweile fehlt ihm leider auch die Spritzigkeit, sich solche Bälle zurückzuerobern.