Das Gros der schwarzen Jugendlichen Südafrikas beherrschte Afrikaans kaum. Es war die Sprache der weißen Oberschichten-Minderheit. 15.000 Schüler protestierten gegen die neue Schulsprache. Die friedlichen Demonstrationen, in denen sich später der gesamte Hass der unterdrückten schwarzen Südafrikaner entlud, wurden brutal niedergeschlagen. Schreiende Demonstranten, Polizeiknüppel und Blutlachen sind die erschreckenden Bilder, die vom 16. Juni 1976 in Erinnerung blieben. Weltberühmt wurde das Foto des sterbenden 13-jährigen Hector Peterson in den Armen eines Mitschülers. 
Hector-Peterson-Mahnmal in Soweto

In den folgenden Tagen starben über 200 Menschen in Johannesburgs »South-West-Township« . Tausende wurden verletzt, Verwaltungsgebäude, Schulen und Geschäfte brannten. Soweto war ein Startsignal für die schwarze Widerstandsbewegung im ganzen Land und machte den Rest der Welt aufmerksam auf die institutionalisierte Rassenpolitik des südafrikanischen Unterdrückungsregimes. Die internationale Staatengemeinschaft reagierte mit Sanktionen, als unzählige Schwarze in Gefängnissen verschwanden.

30 Jahre nach dem Aufstand startet Südafrikas Regierung gemeinsam mit dem nationalen Jugendausschuss eine Kampagne: Sie wollen die politisch desinteressierte Jugend des Landes motivieren, selbst wieder aktiv zu werden, um gemeinsam die sozialen Probleme des Landes anzupacken. Die Jugendlichen sollen sich an die grausamen Ereignisse erinnern und das Vermächtnis der Schüler und Studenten von 1976 erhalten, indem sie heutige Probleme aufmerksamer verfolgen. Auch die weiße Jugend soll stärker involviert werden, um Armut, Arbeitslosigkeit, Drogen- und Alkoholkonsum in den Armenvierteln zu bekämpfen.

Eine Bildergalerie aus dem ZUENDER