Er persönlich sei der Auffassung, dass die CDU die Förderung von Familien mit Kindern in den Mittelpunkt ihrer Argumentation stellen müsse, sagte CDU-Generalsekretär Roland Pofalla der Financial Times Deutschland . "Deshalb trete ich dafür ein, das Ehegattensplitting zu einem Familiensplitting zu erweitern."

Vor einigen Tagen hatten dies bereits zwei CDU-Abgeordnnete gefordert. Durch die Äußerungen von Pofalla bekommt die Diskussion aber zusätzliches Gewicht. Denn er ist ein enger Vertrauter der Kanzlerin und CDU-Vorsitzenden Angela Merkel. Deshalb ist davon auszugehen, dass seine Aussage auch ihre Ansicht wiedergibt. Merkel setzt sich wie Familienministerin von der Leyen für eine Änderung des Familienbilds der CDU ein. Dazu würde gut eine Umwandlung des Ehegatten- in ein Familiensplitting passen. Auch von der Leyen hat dafür Sympathien erkennen lassen.

Das Ehegattensplitting kostet den Staat jährlich Einnahmen in Höhe von über 20 Milliarden Euro. Es begünstigt vor allem besser verdienende Paare, bei denen die Frau zu Hause bleibt. Gegen die Abschaffung in seiner jetzigen Form, die die Grünen und die SPD seit langem fordern, gab und gibt es in der Union heftigen Widerstand.

Über eine mögliche Reform wird derzeit in einer der Arbeitsgruppen zur Vorbereitung eines neuen CDU-Grundsatzprogramms diskutiert. Pofalla, der die Arbeitsgruppe leitet, will dort Vorschläge machen. "Ich werde in den kommenden Wochen der Kommission verschiedene Alternativen vorlegen, wie ein solcher Umbau vollzogen werden kann", sagte er der Zeitung.

Eine Reform sei auch mit der Verfassung vereinbar, hielt er parteiinternen Kritikern entgegen. "Der Gesetzgeber hat einen Ermessensspielraum, wie er im Detail die Ehe und wie er die Familie steuerlich fördert. Von diesem Ermessensspielraum sollten wir Gebrauch machen." Das Splitting könne jedoch nicht einfach abgeschafft werden. Eine Reform dürfe auch nicht mehr kosten als bisher für das Splitting aufgewendet werde.