Mehr als drei Jahre nach Beginn des Irak-Krieges hat das US-Abgeordnetenhaus erstmals eine Generaldebatte über den Militäreinsatz geführt. Zum Abschluss der Debatte lehnte das Abgeordnetenhaus am Freitag die Festlegung auf ein Datum für den Abzug der rund 130 000 US-Soldaten aus dem Irak ab. Eine Mehrheit stimmte für eine von den Republikanern eingebrachte Resolution, in der der Irak-Krieg zudem als Teil des weltweiten Kampfes gegen den Terrorismus bezeichnet wird.

Zuvor hatte auch der US-Senat mit großer Mehrheit gegen ein Abzugsdatum für die US-Truppen votiert. Der US-Kongress gab unterdessen weitere 66 Milliarden Dollar (etwa 55 Milliarden Euro) für die Einsätze im Irak und in Afghanistan frei. In Bagdad riss ein Selbstmordattentäter in einer Moschee elf Menschen mit in den Tod und verletzte mindestens 20 weitere Schiiten. Bei weiteren Zwischenfällen kamen mindestens zwölf Menschen ums Leben.

Angesichts von 2500 getöteten US-Soldaten bezeichnete die demokratische Fraktionschefin Nancy Pelosi am Donnerstag den Krieg als grotesken Fehler. Der republikanische Mehrheitsführer Dennis Hastert hielt den Demokraten entgegen, dass die USA nicht die Flucht ergriffen, wenn die Freiheit in Gefahr sei.

Wenige Tage nach der angeblichen Ernennung eines neuen Anführers der Terrorgruppe El Kaida im Irak veröffentlichte die US-Armee einen Steckbrief von Abu Ajub al-Masri alias Scheich Abu Hamsa al- Muhadschir. Danach soll der angebliche Nachfolger des getöteten Top- Terroristen Abu Mussab al-Sarkawi etwa 40 Jahre alt sein und sich seit 2003 im Irak aufhalten. Wie die US-Medien am Freitag weiter berichteten, gehört Al-Masri zu den Gründungsmitgliedern der Terrorgruppe El Kaida im Zweistromland.

Der Tod al-Sarkawis hat dem Irak nach Worten seines Außenministers Hoschiar Sibari "eine echte Chance" gegeben, endlich Frieden und Demokratie zu finden. "Mit der Bildung einer neuen Regierung und der kürzlichen Beseitigung des schlimmsten Terroristen, al-Sarkawi, fühlen wir einen neuen Impuls in der Bevölkerung und sehen eine echte Chance, das Steuer herumzureißen", sagte Sibari am Donnerstagabend vor dem Weltsicherheitsrat in New York.

Die Regierungen in Washington und Bagdad wiesen Berichte zurück, wonach im Irak eine Generalamnestie geplant sei. Die "Washington Post" hatte unter Berufung auf einen Berater des irakischen Regierungschefs Nuri al-Maliki berichtet, dass unter die Amnestie auch Personen fallen sollten, die irakische oder US-Soldaten getötet hätten.