Der iranische Präsident Mahmud Ahmadineschad hat den Vorschlag der fünf ständigen Weltsicherheitsratsmitglieder und Deutschlands zur Lösung des Atomstreits als "Schritt vorwärts" beschrieben. "Wir werden es (das Paket) sorgfältig prüfen und zu gegebener Zeit antworten", sagte er am Freitag vor der Presse in Schanghai. "Wir haben nicht vor, atomare Waffen zu entwickeln", versicherte Ahmadineschad. Sein Land bevorzuge den Dialog und wolle keine Spannungen. 

"Allgemein gesprochen ist das Angebot des Pakets ein Schritt vorwärts", sagte der iranische Präsident, der zuvor mit dem chinesischen Staats- und Parteichef Hu Jintao zusammengetroffen war. Auf die Frage, ob Sanktionen bei seinen Treffen mit Hu und dem russischen Präsidenten Wladmimir Putin am Vortag zur Sprache gekommen seien, sagte Ahmadinedschad, das Wort Sanktionen sollte aus der politischen Sprache gestrichen werden. "Druck auf andere Staaten akzeptieren wir nicht. Deswegen sprechen wir niemals darüber."

Präsident Ahmadineschad war Gast auf der Konferenz der Schanghaier Kooperationsorganisation (SCO), einer Sicherheits- und Wirtschaftsgemeinschaft der Länder China, Russland, Kasachstan, Kirgisien, Tadschikistan und Usbekistan. Iran genießt Beobachterstatus bei der Schanghai-Gruppe Putin hatte nach einem Treffen mit Ahmadinedschad am Donnerstag die iranische Reaktion auf das Angebotspaket zur Lösung des Atomstreits als "sehr positiv" bewertet.

Die internationale Gemeinschaft geht davon aus, dass Iran unter dem Vorwand der zivilen Nutzung ihres Atomprogrammes Atomwaffen entwickeln will. Die iranische Führung hat das Atomprogramm des Landes gegenüber der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA) bislang mit viel Taktieren und Hinhalten zu Verschleiern versucht.