In der Slowakei finden an diesem Samstag vorgezogene Parlamentswahlen statt, die nach letzten Umfragen einen Regierungswechsel bringen könnten. Danach wird ein Sieg der linken Opposition gegen die Mitte-Rechts-Regierung des christlich-liberalen Ministerpräsidenten Mikulas Dzurinda erwartet.

Die in allen Umfragen führende linke Oppositionspartei Smer-Sozialdemokratie wird aber voraussichtlich nicht stark genug sein, um ohne Rechtsparteien eine neue Regierung bilden zu können. Zünglein an der Waage könnte daher der rechtspopulistische dreifache Ex-Premier Vladimir Meciar werden. Ganze 21 Parteien stellen sich der Wahl. Laut Umfragen werden aber höchstens acht den Sprung über die Fünf-Prozent-Hürde schaffen.

Dzurindas Koalition aus drei christdemokratischen und einer liberalen Partei hatte mit unternehmerfreundlichen Reformen für internationales Aufsehen gesorgt. Unter anderem führte sie mit einer Einheitssteuer von 19 Prozent den niedrigsten Spitzensteuersatz Europas ein. Wegen gleichzeitiger Verteuerung von Grundbedürfnissen und radikaler Sozialkürzungen ist die Reformpolitik aber in der breiten Bevölkerung unbeliebt. Die Slowakei gehört zu den ärmsten Ländern der Europäischen Union. Ihre Wirtschaft verzeichnete zuletzt aber eine der höchsten Wachstumsraten.

Die Wahllokale öffnen um sieben Uhr. Experten erwarten eine niedrige Wahlbeteiligung. Insgesamt sind 4,28 Millionen Slowaken wahlberechtigt. Erste Prognosen werden schon kurz nach Schließung der Wahllokale um 22.00 Uhr erwartet. Das inoffizielle Endergebnis dürfte spätestens am Sonntagvormittag bekannt sein.

Tschechien: Wahlsieger Topolanek will "schlankes" Kabinett

Tschechiens Wahlsieger Mirek Topolanek von der konservativen Demokratischen Bürgerpartei (ODS) plant das mit 15 Ministern kleinste Kabinett in der Geschichte des Landes. In der von ihm angestrebten Regierung werde die ODS neun und die Juniorpartner von der christdemokratischen KDU-CSL sowie den Grünen (SZ) je drei Ressortchefs stellen, sagte Topolanek am Freitag nach Koalitionsverhandlungen in Prag. Die Namen der Minister würden in den nächsten Tagen parallel zu den Sachfragen geklärt, sagte der ODS-Vorsitzende zwei Wochen nach seinem Sieg bei der Parlamentswahl.