Bis zur 74. Minute des zweiten Gruppenspiels der Argentinier gegen Serbien-Montenegro ließ Argentiniens Trainer Jose Pekerman Lionel Messi warten. Dann durfte der 18-Jährige, der von der argentinischen Presse und den Fans bereits vor dem Turnier zum neuen Superstar der Albiceleste auserkoren worden war, endlich sein WM-Debüt geben. War er im bisherigen Turnierverlauf dazu verdammt gewesen, seine Vormachtstellung in der mannschaftsinternen Playstationwertung auszubauen, deutete Messi in den verbleibenden 16 Minuten an, wie wichtig er für diese argentinische Mannschaft noch werden kann. Bereits vier Minuten nach seiner Einwechselung bereitete er mit seiner Hereingabe von links das 4:0 von Hernan Crespo vor. Zwei Minuten vor Ende der Partie erzielte Messi dann auch noch den ersten WM-Treffer seiner Karriere.

Entschieden war das Spiel freilich schon vorher. Bereits zur Halbzeit führten die Argentinier gegen machtlose Serben mit 3:0. Exemplarisch für die Überlegenheit der Südamerikaner war dabei die Entstehung des zweiten Treffers durch Cambiasso. Der Mittelfeldspieler von Inter Mailand schloss eine über 25 (!) Stationen laufende Traumkombination mit einem platzierten Schuss in den Winkel ab. Dieses Tor brach endgültig den Widerstand der Serben und verdeutlichte darüber hinaus, dass Pekermans Team spätestens jetzt der Topfavorit für den Gewinn des WM-Titels ist. Denn kein Team tritt derzeit so geschlossen auf wie die Nachfolger Maradonas. Hier macht sich die kontinuierliche Arbeit des Trainers bezahlt, der mit einem Großteil der Spieler schon als Jugendnationalcoach zusammengearbeitet hat. Sie wirken daher wesentlich besser eingespielt als die Mannschaften der anderen Favoriten, weil sie das Spielsystem ihres Trainers seit früher Jugend verinnerlicht haben.

Man darf gespannt sein auf das abschließende Gruppenspiel gegen die Holländer, die nach ihrem 2:1-Erfolg gegen die Elfenbeinküste wie die Argentinier bereits für das Achtelfinale qualifiziert sind. Sie werden im Finale um den Gruppensieg ein härterer Prüfstein sein als die desolate Mannschaft aus Serbien-Montenegro. Immerhin kann sich die Albiceleste nach dem überzeugenden Auftritt der Unterstützung der eigenen Fans und der heimischen Journaille sicher sein. Diese hatten sich nach dem Auftaktsieg noch beschwert, dass ihre Mannschaft gegen Drogba und Co. lange zittern musste und vehement den Einsatz ihrer Lieblinge Messi und Carlos Tevez gefordert. Auch diesem Wunsch ist Pekerman nachgekommen und hat nun die Qual der Wahl für die Anfangsaufstellung gegen die Holländer, nachdem sich beide nach ihrer Einwechslung in die Torschützenliste eintragen durften.

Angst und Bange muss einem aus deutscher Sicht werden, wenn man bedenkt, dass die Deutschen bereits im Viertelfinale auf die Argentinier treffen könnten, vorausgesetzt, die beiden setzen sich als Gruppenerste in ihren jeweiligen Achtelfinalbegegnungen durch. Die argentinischen Anhänger ließen in der Arena auf Schalke keinen Zweifel daran, dass sie sich auf diese Begegnung freuen würden. Auf einem Plakat verkündeten sie: " El papa es aleman, dios es argentino!" (Der Papst ist Deutscher, aber Gott ist ein Argentinier). Wer dieses Duell gewinnt, dürfte auf der Hand liegen.

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