England hat den Fußball-Klassiker gegen Deutschland vertagt und Schweden in das Achtelfinal-Duell gegen den WM-Gastgeber geschickt. Mit einigem Glück sicherte sich das "Mutterland" am Dienstagabend durch das harterkämpfte 2:2 (1:0) gegen den Angstgegner aus Skandinavien den Sieg in der Vorrunden-Gruppe B und trifft nun am Sonntag in der Runde der letzten 16 in Stuttgart auf Ecuador. Das Drei-Kronen-Team muss tags zuvor in München das vermeintlich schwerere Achtelfinale gegen die deutsche Mannschaft bestreiten.

Das 2000. Tor der WM-Geschichte durch Marcus Allbäck (51. Minute) und Henrik Larssons spätes 2:2 (90.) reichten vor 45 000 Zuschauern in der ausverkauften Kölner WM-Arena für Schweden nicht zum erforderlichen Sieg. Denn Joe Cole (34.) und Steven Gerrard (85.) hatten für die Engländer in einem Fußball-Krimi dagegengehalten.

"Das wird doch Klasse, gegen die Deutschen zu spielen. Ich freue mich auf das Achtelfinale", meinte Fredrik Ljungberg nach dem Kraftakt. Auch Spielmacher Kim Källström verbreitete Zuversicht: "Wir haben knallhart gearbeitet. Die Moral in der Truppe ist nun wirklich Spitze." Englands Torschütze Gerrard tat hingegen so, als ob seinem Team in der nächsten Runde jeder Gegner recht gewesen wäre. "Ecuador oder Deutschland - das wäre uns wurscht gewesen", erklärte er frech.

Englands Coach Sven-Göran Eriksson nutzte dank des bereits gesicherten Achtelfinal-Einzugs wie erwartet die Chance - er ließ sein Personal rotieren und die von einer Gelbsperre bedrohten Asse Steven Gerrard und Peter Crouch zunächst vorsichtshalber draußen. Jungstar Wayne Rooney und Bayern Münchens Owen Hargreaves kamen so erstmals bei diesem Turnier von Beginn an zum Zuge. Doch die Partie begann mit einem Schock: Michael Owen, der gerade rechtzeitig vor der WM einen Fußbruch auskuriert hatte, musste nach nur vier Minuten mit einer ohne Einwirkung eines Gegnerspielers erlittenen Knieblessur ausgetauscht werden - so kam Crouch doch noch zum dritten WM-Einsatz.

Die Engländer ließen sich jedoch von diesem Zwischenfall zunächst nicht beeindrucken und dominierten die Partie 45 Minuten lang. Das am Dienstag 28 Jahre alt gewordene Geburtstagskind Frank Lampard (8.) und Joe Cole (21.) zielten bei ihren Distanzschüssen zu ungenau. Die Führung lag erstmals in der Luft, als Kapitän David Beckham mit einem 40-Meter-Pass den flinken Rooney wunderbar in Szene setzte, doch dessen Schuss blockte Teddy Lucic noch im letzten Moment ab (25.).

Neun Minuten später machte es Joe Cole dann besser: Aus 26 Metern traf er mit einer traumhaften Bogenlampe über Keeper Andreas Isaksson hinweg in den Tor-Winkel. Den Schweden merkte man das Fehlen von Torjäger Zlatan Ibrahimovic (Adduktorenzerrung) deutlich an: Sie agierten harmlos und hatten vor der Pause keine Einschussmöglichkeit.