England ist seinem Traum vom WM-Titel ein Stück näher gerückt. Mit 2:0 besiegten die "Three Lions" die Mannschaft Trinidads und Tobagos und sicherten sich damit den vorzeitigen Achtelfinaleinzug. Die Art und Weise, wie dieser Sieg zustande kam, wirft allerdings einige Fragen über die tatsächliche Leistungsstärke der Engländer auf, die im Vorfeld der WM als Mitfavorit auf den Titel gehandelt worden waren. Über 80 Minuten des Spiels rannte - nein joggte - die englische Mannschaft gegen die tief stehende Verteidigung der "Soca Warriors" an, ohne diese ernsthaft in Gefahr bringen zu können.

Das Superstar-Mittelfeld um Gerrard, Beckham und Lampard, sorgte kaum für Einfallsreichtum im Offensivspiel, und die Abteilung Sturm, mit Michael Owen und Zwei-Meter-Mann Peter Crouch besetzt, war völlig harmlos. Über die Abwehr ließ sich leider nicht viel sagen, da auf Seiten Trinidads und Tobagos nur wenig Angriffsaktionen zustande kamen, darunter allerdings die beste Chance der ersten Hälfte, als Stern John in der 46. Minute die Führung für Trinidad "auf dem Kopf hatte" – John Terry klärte für England auf der Linie.

Die zweite Hälfte begann wie die erste endete. England hielt den Ball in den eigenen Reihen und erarbeitete sich einige "halbe" Chancen, Trinidad hielt dagegen so gut es ging und tauchte gelegentlich mit Kontern vor dem englischen Strafraum auf, doch dort war meistens Schluss. Den eigentlichen Höhepunkt der Partie gab es in der 58. Minute . Englands Trainer Sven-Goran Eriksson wechselte den gerade von einem Fußbruch genesenen Jungstar Wayne Rooney für Michael Owen ein. Von außen betrachtet mutete dieser Wechsel zwar beinahe verzweifelt an, er war aber nur folgerichtig. Im Sturm lief bei den Engländern einfach nichts zusammen. Peter Crouch bemühte sich zwar, blieb aber erfolglos, Michael Owen war über weite Strecken der Partie nicht einmal das Bemühen anzumerken.

Grund genug für Sven-Goran Eriksson, Rooney an seiner Stelle ins Spiel zu bringen. Der Effekt war sofort spürbar, die englischen Fans, zu diesem Zeitpunkt ihrer eigenen Fangesänge und Anfeuerungsversuche überdrüssig, erwachten zu neuem Leben. Auch der englischen Mannschaft schien die WM-Premiere des Hoffnungsträgers neues Leben einzuhauchen. Zählbares sprang gegen die nach wie vor dominante Abwehr Trinidads trotzdem nicht heraus.

Mehr Einfluss aufs Offensivspiel nahm hingegen der ebenfalls eingewechselte Aaron Lennon, der in David-Odonkor-Manier die rechte Seite beackerte. Mit einem ähnlichen Auftrag schickte Eriksson einige Minuten später den linken Flügelspieler Stewart Downing auf die gegenüberliegende Seite des Platzes. Rooneys Anfangselan verpuffte schnell wieder, man merkte im die fehlende Matchfitness nach beinahe 50 Tagen Verletzungspause an. Bei seinen Teamkollegen bemerkte man spät in der zweiten Hälfte eine gewisse Verzweiflung. Eine Sensation lag in der Luft – "Fußballzwerg vernascht Mutter des Fußballs" – oder so etwas in der Art.

Dann jedoch, verdient oder nicht, ging England in der 83. Minute doch noch in Führung. Torschütze war Peter Crouch per Kopfball nach einer Beckham-Flanke. Kurios dabei: Crouch hatte sich im ganzen Spiel angestellt, als wolle er sagen: "Ich bin zwar groß, köpfen kann ich aber leider gar nicht." - seine Verschleierungs-Taktik war damit wohl aufgegangen. Den Schlusspunkt zum 2:0 Endstand besorgte Steven Gerrard mit einem sehenswerten Schuss seines schwächeren linken Fußes in der 90. Minute.