Kroatien hat im "Spiel um Sein oder Nichtsein" den Sieg verschenkt und ist für den angestrebten Einzug ins Achtelfinale der Fußball-Weltmeisterschaft auf Schützenhilfe angewiesen. Der WM-Dritte von 1998 kam am Sonntag in Nürnberg wegen eines verschossenen Elfmeters nicht über ein mageres 0:0 gegen Japan hinaus. Vor 41.000 Zuschauern im ausverkauften Frankenstadion war Dario Sprna in der 22. Minute mit einem Foulelfmeter an Japans Keeper Yoshikatsu Kawaguchi gescheitert und hatte damit die beste Tormöglichkeit der Partie vergeben. In ihrem letzten Gruppenspiel am Donnerstag gegen Australien benötigen die Kroaten neben einem Sieg mit deutlicher Tordifferenz auch Unterstützung von Brasilien in Form eines Erfolges oder eines Unentschiedens im Match gegen Japan.

"Das ist ein Spiel um Sein oder Nichtsein", hatte der kroatische Mannschaftskapitän Nico Kovac vor der Partie angekündigt. Beide Teams standen nach ihren Niederlagen in den ersten Gruppenspielen unter großem Erfolgsdruck, was man den Aktionen zu Beginn der Partie auch anmerkte. In den ersten 20 Minuten agierten die Profis auf dem Rasen nervös und zurückhaltend. Nach dem Flitzer-Zwischenfall bei der Partie zwischen Kroatien und Brasilien am Dienstag in Berlin wurde das Spielfeld von rund 120 Sicherheitsbeamten in einem doppelten Ring geschützt, um einen weiteren solchen Vorfall zu verhindern.

Zunächst erschienen auch die beiden Strafräume wie streng bewachte Zonen. Für den ersten Höhepunkt einer mäßigen Partie sorgte Kawaguchi, als er den Elfmeter von Srna parierte. Für das Foulspiel an Dado Prso sah der japanische Kapitän Tsuneyasu Miyamoto seine zweite Gelbe Karte im Turnier und wird daher im abschließenden Gruppenspiel gegen Brasilien am Donnerstag in Dortmund fehlen. Auch Robert Kovac muss bei den Kroaten wegen seiner zweiten Verwarnung für das Spiel gegen Australien am selben Tag in Stuttgart passen.

Erst nach dem verschossenen Foulelfmeter kam mehr Schwung in die Partie. Vor allem die Kroaten, bei denen Trainer Zlatko Kranjcar der Formation vertraute, die gegen Brasilien trotz der 0:1-Niederlage eine beeindruckende Vorstellung geboten hatte, erarbeiteten sich gute Torchancen. Doch Trainersohn Niko Kranjcar (29.) und der Bremer Ivan Klasnic (40.) scheiterten mit ihren Distanzschüssen. Bei den Japanern hatte die Umstellung von einer 3-5-2-Formation auf ein 4-4-2-System nach der bitteren 1:3-Niederlage gegen Australien nur phasenweise die erhoffte Stabilisierung der Abwehr zur Folge.

Nach dem Seitenwechsel wurde die Partie lebendiger, Torchancen ergaben sich in den ersten zehn Minuten nach der Pause fast im Minutentakt. Die größte vergab Atsushi Yanagisawa (51.), der frei vor dem leeren Tor den Ball mit dem Außenrist am linken Pfosten vorbeischob. Im Anschluss scheiterten auf der Gegenseite Klasnic (53.) und Kranjcar (54.). Und auch Hidetoshi Nakata (56.) konnte den kroatischen Keeper Stipe Pletikosa nicht überwinden. Mit der Einwechslung von Ivica Olic (69.) setzte Kranjcar mit drei Stürmern auf totale Offensive. Doch die Angriffsbemühungen waren vergebens.

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