Die Gruppe D bleibt spannend. Zwar gelang den Schwarzen Antilopen wie im Auftaktspiel gegen Portugal kein Tor, dafür ergatterten sie mit dem 0:0 am Freitagabend in Hannover den ersten WM-Punkt für die Debütanten aus Afrika. Die erschreckend ideenlosen Mexikaner benötigen jetzt noch einen Zähler im letzten Vorrundenspiel am Mittwoch gegen Portugal, um zum vierten Mal nacheinander in die K.o.-Runde einer Weltmeisterschaft einzuziehen. Den Angolanern, die noch theoretische Chancen auf das Achtelfinale besitzen, wird beim "Gruppen-Endspiel" am Mittwoch gegen den Iran Andre fehlen, der in der 79. Minute die Gelb-Rote Karte sah.

Die Mexikaner, die im Vorjahr beim Confed-Cup in Hannover noch 1:0 gegen Brasilien gewonnen hatten, konnten an diese Leistung nicht anknüpfen. Zwar herrschte unter den schätzungsweise 30.000 mexikanischen Fans in der Arena schon lange vor dem Anpfiff Fiesta- Stimmung, doch unter dem Erwartungsdruck der grün-weiß-rot geschmückten Fan-Schar brachen die Mittelamerikaner fast zusammen.

Carlos Salcido eröffnete in der ersten Minute mit einem 20-Meter- Schuss den Sturm auf das Tor der Angolaner, doch dieser fulminante Start erwies sich als Sturm im Wasserglas. Weil der in der Qualifikation mit 14 Treffern erfolgreiche Torjäger Jared Borgetti mit einer Wadenverletzung ausfiel, hatte La Volpe das Spiel nur mit zwei Angreifern begonnen. Doch der beim 3:1 gegen den Iran zwei Mal erfolgreiche Omar Bravo und Guillermo Franco konnten sich gegen die oft ungestüm, aber mit Hingabe zu Werke gehenden Afrikaner nicht in Szene setzen.

Anders als beim 0:1 gegen Portugal überstanden die Schwarzen Antilopen die Anfangsphase ohne Gegentreffer. Das machte sie immer mutiger, je länger das Spiel dauerte, doch im Abschluss agierten Paulo Figueiredo und Antonio Mendonca zu ungenau. Das Glück des Tüchtigen stand ihnen zur Seite, als Mexikos Kapitän Rafael Marquez durch die schlecht postierte Abwehr einen Freistoß aus fast 30 Metern an den Pfosten setzte. Die größte Chance der Mexikaner vor der Pause machte Angolas Torhüter Joao Ricardo zunichte, als er einen Schuss kurz vor der Pause von Franco aus Nahdistanz abblockte.

Was Trainer La Volpe seiner Mannschaft in der Halbzeit erzählen wollte, konnte man an seinem Gesicht ablesen. Regungslos, mit finsterer Miene und verschränkten Armen erwartete er seine überraschend ohne Torerfolg in die Halbzeit trottenden Spieler. Wenige Minuten nach dem Seitenwechsel brachte der Coach in Jesus Arellano einen dritten Stürmer, und der etatmäßige Verteidiger Marquez machte über rechts Druck. Doch in dem zerfahrenen Spiel wollte den Mexikanern nicht viel gelingen. Nach einer gelb-roten Karte für Angolas Andre lief das Spiel nur in eine Richtung. Aber statt ins Tor zu treffen, schossen sie den Torwart des WM-Neulings berühmt - zunächst Franco in aussichtsreicher Position, wenig später scheiterte Bravo. In einer hektischen Schlussphase machten es die anderen Stürmer nicht besser.

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