Mit einem glanzlosen Arbeitssieg haben die Niederlande das Achtelfinale erreicht und die WM-Premiere der Elfenbeinküste vorzeitig beendet. Durch den glücklichen 2:1 - Erfolg gegen die hoch gehandelten Westafrikaner zog die Mannschaft von Bondscoach Marco van Basten beim achten WM-Auftritt zum achten Mal in die K.o.-Runde ein. Auch Argentinien, das am Mittwoch in Frankfurt der letzte Vorrundengegner sein wird, kam am Freitag durch einen 6:0-Kantersieg gegen Serbien-Montenegro weiter.

Vor 52 000 Zuschauier im ausverkauften Stadion in Stuttgart brachten zwei "Enttäuschte" die Niederlande in Führung. Robin van Persie und Ruud van Nistelrooy trafen in der 23. bzw. 27. Minute für den WM- Mitfavoriten, der allerdings viele Schwächen offenbarte. Für die wie schon gegen Argentinien starken, aber glücklosen Ivorer war das Tor kurz vor der Halbzeit von Bakary Kone zu wenig.

Die "Elefanten" verabschiedeten sich mit Tränen, die das Lob von allen Seiten nicht trocknen konnte. Auch OK-Chef Franz Beckenbauer hatte ihnen die Rolle eines Top-Außenseiters zugedacht. Bitter enttäuscht war bei schwül-warmen 25 Grad auch Henri Michel. Der französische Trainer der Ivorer, der seine vierte Weltmeisterschaft erlebt und das jeweils als Coach eines anderen Landes, konnte Didier Drogba aufbieten. Doch der offenbar nicht restlos gesunde Topstar vom FC Chelsea riss keine Bäume aus und kassierte in der 42. Minute sogar seine zweite Gelbe Karte und ist im bedeutungslosen Gruppenspiel am Mittwoch gegen Serbien-Montenegro gesperrt.

Van Basten verzichtete zunächst wieder auf das Hamburger Duo Khalid Boulahrouz und Rafael van der Vaart, der nach der Pause aber wie sein HSV-Kollege eingewechselt wurde und nach langer Pause sein WM-Debüt feiern konnte. Das Vertrauen ins Team vom 1:0 gegen Serbien- Montenegro schien sich auszuzahlen. Nach starkem Beginn zog sich der Favorit aber zurück und musste sogar froh sein, nicht in Rückstand geraten zu sein.

Doch dann trumpfte der Weltklasse-Sturm um den erneut starken Arjen Robben auf. Die Tore freilich erzielten diesmal andere. Zunächst war es van Persie, der Jean-Jacques Tizie im Tor der Ivorer (23.) mit einem strammen Freistoß schlecht aussehen ließ. Der Stürmer vom FC Arsenal hatte sich nach dem ersten Spiel über zu wenig Unterstützung und zu viele Pässe auf Torschütze Robben beklagt. Zum 2:0 erhöhte nach sehenswertem Pass Robbens ManU-Star van Nistelrooy, der mit seinem ersten WM-Treffer seine Kritiker verstummen ließ.

Die klare Führung täuschte allerdings nicht darüber hinweg, dass die Elftal verwundbar war und blieb. So hätte Schiedsrichter Oscar Ruiz Acosta aus Kolumbien bei einer Attacke Giovanni van Bronckhorsts durchaus Strafstoß geben können, und Didier Zokoras Schuss aus gut 20 Metern hätte gut und gerne auch hinter Keeper Edwin van der Sar landen können und nicht am Lattenkreuz. Vollauf gerecht war so gesehen der Anschlusstreffer von Bakary Kone, der seine prima Vorstellung mit einem 20-m-Kracher krönte und van der Sar damit nicht den Hauch einer Abwehrchance gab.

Mit Boulahrouz und van der Vaart sollte der Zug der Niederländer ungehindert in die nächste Runde rollen. Der eine sollte der Abwehr mehr Halt geben, der andere dem Angriff noch mehr Durchschlagskraft. Doch die Afrikaner spielten weiter munter mit und hätten mit mehr Schussglück auch ein Remis verdient gehabt. Die größte Chance vergab Drogba, dessen Kopfball van Persie von der Linie holte.

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