Dank seiner Stars steht Portugal zum ersten Mal seit vierzig Jahren wieder im Achtelfinale einer Fußball-Weltmeisterschaft. Deco mit einem Geniestreich in der 63. Minute und Cristiano Ronaldo (80./Foulelfmeter) sorgten am Samstag für den verdienten 2:0 (0:0)-Erfolg gegen Iran und führten Portugal damit vorzeitig in die nächste Runde. Durch diese Niederlage müssen die Iraner nach 1978 und 1998 erneut frühzeitig die Heimreise antreten. Im für sie nun bedeutungslosen letzten Vorrundenspiel der Gruppe D am Mittwoch gegen Angola fehlt ihnen Javad Nekounam, der seine zweite Gelbe Karte kassierte.

"Wir sind sehr froh, dass wir das Achtelfinale erreicht haben. Wir wussten, dass es eine schwere Partie werden würde und hatten uns auf Iran entsprechend gut vorbereitet. Der Sieg war verdient, meine Mannschaft hat das beste Spiel seit langer Zeit geboten," sagte Portugals Coach Luiz Felipe Scolari. Im Gegensatz zum 1:0-Sieg gegen Angola konnte er diesmal seine Bestbesetzung aufbieten, die zu Recht gewann, allerdings den ganz großen Glanz vermissen ließ. Spielmacher Deco von Champions-League-Sieger FC Barcelona hatte seine Knöchelverletzung rechtzeitig auskuriert und übernahm bei angenehmen Temperaturen von 22 Grad die Position in der Zentrale. Dafür agierte Luis Figo wie gewohnt über außen. Und diese beiden Kreativkräfte bestimmten auch gleich die Aktionen: Nach einem Rückpass seines Kapitäns Figo hatte Deco nach nur 33 Sekunden das 1:0 auf dem Fuß, doch sein Schussversuch wurde gerade noch abgeblockt.

In der 13. Minute zwang erneut Deco der mit seinem Linksschuss Torhüter Ebrahim Mirzapour zu einer Glanzparade. Cristiano Ronaldo seinerseits hatte zwei Mal (34./35.) weitere gute Möglichkeiten für die zwar überlegenen, aber im Abschluss zu unpräzisen Portugiesen: Erst rettete Hossein Kaebi auf der Linie, dann zielte der Stürmer ans Außennetz. Auch Abwehrspieler Miguel (45.) scheiterte noch am starken iranischen Torwart Mirzapour. Der mit den Bundesliga-Profis Mehdi Mahdavikia, Ali Karimi und Vahid Hashemian, aber ohne Routinier Ali Daei angetretene Iran war vornehmlich auf Defensive bedacht und präsentierte sich weitgehend harmlos. Keeper Ricardo musste vor der Pause nur bei einer Flanke von Mahdavikia eingreifen (24.).

Nach dem Wechsel setzte sich das Spiel auf ein Tor fort. Nachdem der diesmal überzeugende Ronaldo (55.) noch knapp gegen Mirzapour die Führung verpasst hatte, machte es Deco acht Minuten später besser: Auf Zuspiel von Figo, der trotz eines üblen Fouls vor der Pause von Kaebi weiterspielen konnte, erzielte der Spielmacher mit einem präzisen Schuss aus 18 Metern sein drittes Tor.

Ein Fehler des Stuttgarter Fernando Meira ermöglichte Iran die erste Einschussmöglichkeit, doch der eingewechselte Rasoul Khatibi zielte freistehend neben das Gehäuse (69.). Zehn Minuten später bot sich Khatibi erneut die Chance zum Ausgleich, doch sein Kopfball war viel zu schwach. Im Gegenzug wurde dann Figo im Strafraum gefoult - Ronaldo vollstreckte den fälligen Strafstoß sicher und sorgte damit für die endgültige Entscheidung.

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