Nach dem mühevollen Auftaktsieg gegen Angola kann Luiz Felipe Scolari den EM-Zweiten Portugal erstmals seit 40 Jahren bei einer WM in die zweite Runde führen. "Es sind noch sechs Punkte zu vergeben und ich erwarte einen Sieg. Aber es wird hart", sagte der portugiesische Coach vor der Partie gegen den Iran. Für die Asiaten geht es nach der 1:3-Niederlage gegen Mexiko schon um alles. Die Mannschaft von Trainer Branko Ivankovic will ihre letzte Chance nutzen. "Wir haben uns noch längst nicht aufgegeben. Die Mannschaft wird eine Trotzreaktion zeigen", sagte Verbandspräsident Mohammad Dagdan.

Portugal plagen weiterhin Verletzungssorgen. Auch bei ihrem zweiten Auftritt können die Portugiesen voraussichtlich wieder nicht in Bestbesetzung auflaufen. Zwar ist Deco nach seiner Knöchelverletzung ins Mannschaftstraining eingestiegen und steht der "Seleccao" wieder zur Verfügung. Scolari ließ aber offen, ob der Spielmacher von Beginn an dabei ist.

Ebenso fraglich ist der Einsatz von Jungstar Cristiano Ronaldo. Der Stürmer von Manchester United laboriert an einer Muskelverhärtung im Oberschenkel. Ein Einsatz wäre möglich, aber nicht unbedingt nötig. Im Falle Deco hatte sich Scolari vor dem ersten Spiel vorsichtshalber gegen eine Nominierung ausgesprochen. Gut denkbar, dass der Trainer bei Cristiano Ronaldo ähnlich handelt. "Wenn wir ihn brauchen, wird er spielen", sagte der Trainer.

Die Portugiesen wissen um ihre Favoritenrolle, wollen den Gegner aber nicht unterschätzen. "Ich weiß zwar wenig über die Mannschaft, aber wir erwarten ein schwieriges Spiel. Für Iran ist es die letzte Chance", sagte Rekord-Nationalspieler Luis Figo, der bei einer Rückkehr von Deco wieder auf seine Lieblingsposition im rechten Mittelfeld rückt. Auch Mittelfeldspieler Costinha warnte vor dem nächsten Gegner. "Die Mannschaft ist stark, weil viele Spieler aus der Bundesliga dabei sind", sagte der Defensivspezialist, der gegen den Iran möglicherweise Tiago in der Anfangsformation ersetzen wird.

Im iranischen Lager ist die anfängliche Euphorie über die "beste Mannschaft aller Zeiten" verflogen. Nach der Auftaktniederlage musste Trainer Ivankovic harte Kritik iranischer Medien einstecken, auf die der sonst so souveräne Kroate zunehmend gereizt reagierte. Bei einer weiteren Schlappe wäre nicht nur der Traum vom erstmaligen Erreichen der zweiten Runde bei einer WM beendet, sondern wohl auch seine Zukunft als Nationalcoach. Sein Vertrag läuft nach dem Turnier aus.

Anlass zur Hoffnung bietet Ali Daei. Der nach dem ersten Spiel in die Kritik geratene Altstar und ehemalige Bundesliga-Profi hat seine Rückenbeschwerden überwunden und könnte zumindest wieder auf der Bank sitzen. "Ich gehe davon aus, dass er spielen kann. Er ist nach wie vor ein wichtiger Spieler für uns. Es ist nicht richtig, ihn als Sündenbock abzustempeln", sagte Ivankovic. Für den ehemaligen Welttorjäger könnte zunächst Arash Borhani in den Sturm rücken. Auch Ferydoon Zandi vom 1. FC Kaiserslautern ist nicht für die erste Elf vorgesehen.

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