Die Schweiz hat mit ihrem ersten Sieg in einer Weltmeisterschaft seit zwölf Jahren die Tür zum Achtelfinale weit aufgestoßen und zugleich das Aus für den Togo besiegelt. Die Mannschaft von Trainer Köbi Kuhn setzte sich am Montag in Dortmund dank der Tore von Alexander Frei (16. Minute) und Tranquillo Barnetta (88.) mit 2:0 (1:0) durch und verdrängte Südkorea von der Tabellenspitze in Gruppe G. Im direkten Duell am Freitag in Hannover genügt den Schweizern nun ein Remis, um weiterzukommen. Die Togoer dagegen sind nach dem absurden Theater um Prämienzahlungen und dem zwischenzeitlichen Rücktritt von Trainer Otto Pfister nun auch sportlich gescheitert.

Togo, das wegen erneuter Prämienverhandlungen am Samstag mit Verspätung nach Dortmund gereist war, begann stark. Gegen die allzu sorglose Abwehr der Eidgenossen kamen die Afrikaner mit ihren starken Offensivkräften Mohamed Kader und Emmanuel Adebayor zu zwei guten Möglichkeiten. Zunächst versetzte Kader Philippe Senderos, scheiterte aber aus spitzem Winkel an Pascal Zuberbühler (6.). Nur vier Minuten später kam Adebayor in guter Position nicht wie erhofft zum Kopfball.

Auf der Gegenseite wurde gleich die erste Nachlässigkeit in der Defensive bestraft; den Treffer bereiteten zwei Bundesligaprofis mustergültig vor. Ludovic Magnin vom VfB Stuttgart flankte von links, am langen Pfosten ließ Barnetta von Bayer Leverkusen den Ball in die Mitte prallen, sodass Frei aus kurzer Distanz einschießen konnte. Die neu formierte Togoer Abwehr ließ dabei jede Zuordnung vermissen. Auch Assimiou Touré aus Bayer Leverkusens Oberliga-Team, der zu seinem ersten Einsatz von Beginn an kam, machte beim Gegentor keine gute Figur.

Für Frei, der schon in der Qualifikation sieben Mal erfolgreich war, könnte das 26. Länderspieltor zugleich sein Einstands-Treffer in Dortmund gewesen sein; er will zur Borussia wechseln und rechnet noch während der WM mit der Freigabe durch seinen Verein Stade Rennes. Der Schweiz jedoch gab das Tor keine Sicherheit; Togo wurde immer mutiger und drängte auf den Ausgleich. Nachdem der erfahrene Senderos vom FC Arsenal sich bei einer Flanke verschätzte, setzte Thomas Dossévi die Direktabnahme knapp neben den rechten Pfosten (30.).

Nach einem weiteren Schnitzer von Senderos wurde Adebayor von Patrick Müller im Strafraum zu Fall gebracht, doch Schiedsrichter Carlos Amarilla aus Paraguay verweigerte Togo den klaren Elfmeter (35.). Nicht zum ersten Mal beschwerte Pfister sich lautstark am Spielfeldrand. Sein Schweizer Gegenüber Köbi Kuhn reagierte zur Pause. Für Daniel Gygax, der nach dem 0:0 gegen Frankreich ins Team gerückt war, um für Schwung zu sorgen, brachte er Hakan Yakin.

Gegen die physisch nachlassenden Togoer, die vor Turnierbeginn mehrere Trainingseinheiten bestreikt hatten, kam die Schweiz zu einer Reihe guter Möglichkeiten. Barnetta (51.) und Yakin (53.) waren mit Fernschüssen zunächst ebenso wenig erfolgreich wie Frei aus kurzer Distanz (58.). Erst Barnetta sorgte mit einem platzierten 16-Meter-Schuss für den so wichtigen zweiten Treffer für die Schweiz.

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