Im zweiten Spiel der Vorrunde und dem ersten Sieg während einer WM hat die Ukraine einen großen Schritt Richtung Achtelfinale gemacht. Mit dem hochverdienten 4:0 (2:0) gegen den überforderten Außenseiter Saudi-Arabien rehabilitierte sich die Ukraine am Montag in Hamburg von seiner schlechten Leistung gegen Spanien. Abwehrchef Andrej Rusol (4.), Rekordnationalspieler Sergej Rebrow (36.), Stürmerstar Andrej Schewtschenko (46.) und der starke Maxim Kalinitschenko (84.) erschossen ihrer Elf ein standesgemäßes Resultat.

"Wir wussten, dass es ein entscheidendes Spiel wird, und wir haben die Aufgabe angenommen", meinte Ukraines Trainer Oleg Blochin. Die Chancen im Turnier seien immer noch groß, obwohl es große Mannschaften hier gibt. "Wir werden uns in das Turnier hineinkämpfen", versicherte der ehemalige Weltklasse-Stürmer.

Nun will Blochin am letzten Spieltag der Gruppe H auch gegen Tunesien gewinnen. Um sicher die nächste Runde zu erreichen, müssen die Ukrainer Tunesien am Freitag in Berlin tatsächlich schlagen. Für die Saudis, die in ihrem ersten Spiel gegen die Tunesier ein 2:2 erreicht hatten, stehen die Chancen dagegen gleich null: Sie müssten am Freitag ausgerechnet gegen Favorit Spanien ihren ersten Sieg in einer WM seit 12 Jahren schaffen und zugleich auf Schützenhilfe aus dem parallel laufenden Spiel hoffen, um im Turnier zu bleiben.

"Meine Jungs haben das ganze Spiel gekämpft und sich nicht aufgegeben", meinte Saudi-Arabiens brasilianischer Trainer Marcos Paqueta. Seine Mannschaft sei in der Lage, darüber hinwegzukommen "und im nächsten Spiel ein anderes Bild abzugeben".

Gegen die Ukraine boten die Saudis eine desolate Vorstellung, obwohl auch die Osteuropäer nach dem 0:4 gegen Spanien fünf Tage zuvor erneut hinter den Erwartungen zurückblieben. Trotz seines ersten Tores präsentierte sich Schewtschenko vor 50 000 Zuschauern leicht verbessert, aber noch entfernt von seiner Normalform. Auch sein Sturmpartner Andrej Woronin aus Leverkusen ließ sein Können nur selten aufblitzen und wurde in der 79. Minute ausgewechselt.

Da die Saudis ähnlich schwach waren wie beim 0:8-Debakel gegen Deutschland vor vier Jahren in Sapporo, wurde die Ukraine nur selten gefordert. Nur mit Glück und dank der Abschlussschwäche ihres Gegners entgingen die Araber einem ähnlichen Desaster wie bei der WM 2002. Die wegen der Rot-Sperre von Wladislaw Waschtschuk sowie den Verletzungen von Dmitri Tschigrinski und Wladimir Jeserski komplett umgebaute Abwehr der Ukrainer kam nur selten in Bedrängnis, wirkte in den wenigen gefährlichen Situation bisweilen aber unsicher.