Der Schwarze Kontinent fiebert mit Ghana: Die "Black Stars" haben sich zum Hoffnungsträger für ganz Afrika aufgeschwungen, und wollen wie Senegal vor vier Jahren die Etablierten das Fürchten lehren. Mit einem Sieg über die USA an diesem Donnerstag in Nürnberg will der WM-Neuling ins Achtelfinale stürmen und damit den Stolz des gesamten Kontinents stärken. "Ich glaube, jetzt sind wir die Fahnenträger Afrikas, und wir müssen sie stabil halten und Afrikas Teilnahme an der Weltmeisterschaft rechtfertigen", erklärte Kwesi Nyantakyi, Präsident des ghanaischen Fußballverbandes (GFA).

Bei der WM 2002 hatte Senegal mit dem Einzug ins Viertelfinale für Furore gesorgt, und dient Ghana nun als Vorbild. "Wir beten jeden Tag, dass wir unsere beste Leistung bringen können. Wir wollen es machen wie Senegal - und vielleicht noch besser", sagte Verteidiger Sulley Ali Muntari und widersprach damit seinem Trainer Ratomir Dujkovic. Dieser hatte gemurrt: "Wir sind nicht Senegal. Wir sind Ghana."

Seit dem 2:0 gegen Tschechien ist Ghana im Ausnahmezustand. Eigens für das Entscheidungsspiel um den Einzug ins Achtelfinale wurde der halbe Donnerstag zum Feiertag ausgerufen. Ähnlich wie in Deutschland zeigt die gesamte Nation Flagge. In der Hauptstadt Accra tragen die Menschen Kappen, Schals oder T-Shirts in den Landesfarben rot, gelb und grün; Häuser, Autos oder Motorräder sind mit Fahnen geschmückt. Die Preise für nachgemachte Trikots der Nationalmannschaft haben sich auf gut zwölf Euro verdoppelt - und finden trotzdem reißenden Absatz.

Selbst UN-Generalsekretär Kofi Annan drückt seinen Landsleuten die Daumen. "Ich bin sicher, wenn wir das Finale erreichen, wird er kommen", sagte Verbandspräsident Nyantakyi. Ghanas Staatspräsident John Agyekum Kufour ist überzeugt, dass "die Stars das nächste Spiel gewinnen und in die nächste Runde des Wettbewerbes einziehen werden".

"Ich wünsche ihnen wirklich das Allerbeste", sagte Bonaventure Kalou. Der Stürmer war mit der Elfenbeinküste früh gescheitert. "Ich denke, sie sind jetzt die einzige Hoffnung für Afrika auf eine gute Platzierung. Wir hoffen, dass es Ghana besser macht als wir."