Abbas rief Japan und die internationale Gemeinschaft auf, die "gefährliche und tragische Situation" in der Region zu beenden. Im Hinblick auf die Militäroffensive im Gazastreifen sprach er von einer "israelischen Aggression gegen das palästinensische Volk". Abbas verlangte sowohl von den militanten Palästinensern als auch von Israel, die Gefangenen freizulassen.

Am Donnerstag verstärkte Israel seine Angriffe auf Libanon. Die Luftwaffe bombardierte Landebahnen des internationalen Flughafens in Beirut und errichtete zugleich eine Seeblockade. Kampfflugzeuge feuerten mindestens fünf Raketen auf den Flughafen ab. Die libanesische Armee setzte die Luftabwehr ein. Die Luftwaffe nahm auch den Fernsehsender der schiitischen Hisbollah-Miliz in einem Beiruter Vorort unter Feuer. Mit der Sperrung der Seewege soll die "Durchfahrt von Terroristen und der Transport von Waffen an die Terrororganisationen, vor allem Hisbollah-Miliz" verhindert werden.

Getroffen wurde auch das Viertel Haret Hriek in Beirut. Es gilt als Hochburg der Hisbollah, deren Milizionäre am Vortag im Südlibanon an der Grenze zu Israel zwei israelische Soldaten verschleppt hatten. Mindestens 27 Libanesen seien bei Luftangriffen getötet worden, teilte die Polizei mit. Unter der Opfern seien auch zehn Kinder. Außerdem griffen Kampfflugzeuge den Internationalen Flughafen an und beschossen zwei Landebahnen mit Raketen. Der Flughafen bleibt bis auf weiteres geschlossen.

Doch auch Israel wurde getroffen: Zahlreiche aus Libanon abgefeuerte Katjuscha-Raketen sind am Donnerstag tief in israelischem Gebiet eingeschlagen. Eine israelische Armeesprecherin bestätigte, dass außer in der Stadt Nahariya unter anderem Raketen in der Nähe der Stadt Rosch Pina sowie in der Ortschaft Mischmar Hajarden eingeschlagen seien. Im Vergleich zu früheren Angriffen seien die Raketen "sehr tief" in Israels Gebiet niedergegangen. Sie sprach von etwa 15 Katjuscha-Raketen, die Ziele in Israel trafen. Medien berichteten, die Geschosse seien bis zu 25 Kilometer südlich der Grenze niedergegangen. Einwohner in weiten Teilen Nordisraels waren weiter aufgerufen, in Schutzräumen zu bleiben.

Israel treibt immer tiefer in einen Zwei-Fronten-Kampf. Denn im Gazastreifen wird auch gekämpft. In der Nacht hatten israelische Kampfflugzeuge in Gaza das Außenministerium der von der Hamas geführten Palästinenserregierung mit Raketen angegriffen und weitgehend zerstört. Zehn Menschen wurden nach Angaben palästinensischer Ärzte verletzt.

Schon am Mittwoch wurden sieben israelische Soldaten getötet. Vier davon kamen ums Leben, als ihr Panzer im Grenzgebiet auf eine Mine fuhr. Unklar blieb, wie viele Hisbollah-Kämpfer starben. Auch Zivilisten wurden Opfer der Gefechte.