Die Demonstration wurde von López Obrador angeführt. Der 52-jährige frühere Bürgermeister der Hauptstadt sieht sich als Wahlsieger und hat das offizielle Wahlergebnis angefochten. López Obrador verschärfte den Druck auf die Behörden. Er rief seine Anhänger zur Errichtung von 47 »ständigen Protest-Zeltlagern« an den wichtigsten Punkten der Hauptstadt sowie zur Intensivierung des »friedlichen Widerstands« auf. Nennenswerte Zwischenfälle gab es nicht.
Hunderttausende protestieren in der mexikanischen Hauptstadt

López Obrador hatte die Wahl am 2. Juli nach offizieller Auszählung nur mit einem Unterschied von 244.000 Stimmen oder 0,58 Prozentpunkten gegen den Konservativen Bewerber Felipe Calderón von der Regierungspartei der Nationalen Aktion (PAN) verloren. Kürzlich erklärte er sich zum »wahren Sieger« der Wahlen. Unregelmäßigkeiten seien in rund 72.000 der insgesamt 130.000 Wahltischen registriert worden, versicherte er. Sieben Richter des Bundeswahlgerichts müssen nun bis zum 31. August über den Antrag von López Obrador entscheiden, um am 6. September den Namen des neuen Staatspräsidenten offiziell bekannt geben zu können.
Kämpft um den Wahlsieg: der offiziell unterlegene Links-Kanidat Andres Manuel López Obrador

Die Demonstration vom Sonntag war bereits der dritte Massenprotest gegen den angeblichen Wahlbetrug. Zwei Wochen zuvor waren schon mehr als eine Million Menschen aus allen Teilen des Landes auf Mexiko-Stadt marschiert. Auch an diesem Sonntag kamen die Anhänger der Obrador-Allianz PRD laut Medien zu Fuß, zu Pferd, mit Fahrrädern oder anderen Fahrzeugen aus den entferntesten Regionen.