Der Absturz eines unbemannten Überwachungsflugzeugs am Tag vor der  Wahl im Kongo war entgegen ersten Einschätzungen doch kein Unfall. Die belgische Drohne, die Soldaten der europäischen Truppe im Kongo (EUFOR) gestartet hatten, sei abgeschossen worden, sagte ein EUFOR-Sprecher am Donnerstag in Kinshasa. Es habe sich vermutlich aber nicht um einen Anschlag gehandelt. Das unbemannte Flugzeug sei von einer kleinkarätigen Kugel getroffen worden. Nach den Verantwortlichen werde gefahndet.

Das Kleinflugzeug war am vergangenen Samstag auf ein Haus im so genannten Fischerviertel, einem Armenquartier in Kinshasa, gestürzt. Dabei wurden acht Menschen verletzt, einer von ihnen schwer. Ein vier Wochen alter Säugling konnte in letzter Minute aus dem brennenden Haus gerettet werden.

Zunächst hatte es geheißen, der Absturz sei durch einen Softwarefehler verursacht worden. Der Vorfall hatte sich in der öffentlichen Meinung gegen die EU-Truppe ausgewirkt. Viele Kongolesen nehmen die europäischen Soldaten als Unterstützer von Präsident Joseph Kabila wahr. Dass die Maschine jetzt wohl abgeschossen wurde, könnte darauf hindeuten, dass sich die Lage im Land nun doch heikler entwickelt, als Beobachter es bislang einschätzten.

ZEIT-Redakteurin Andrea Böhm berichtet im Kongoblog laufend über die Entwicklungen in Zentralafrika