Insgesamt nahmen die Ermittler 24 Verdächtige fest, nach weiteren wurde am Freitag noch gefahndet. Die meisten der Festgenommenen sind junge Muslime aus Einwandererfamilien, sie lebten zumeist seit langem in Großbritannien. Der Gruppe wird zur Last gelegt, eine Serie von Anschlägen auf bis zu zwölf amerikanische Passagierflugzeuge über dem Atlantik geplant zu haben. Falls sie Erfolg gehabt hätten, wären nach britischen Presseberichten möglicherweise mehr als 3000 Menschen ums Leben gekommen. Die Ermittlungen liefen nach Angaben aus britischen Sicherheitskreisen bereits seit rund einem Jahr. Der Entschluss, jetzt zuzugreifen, sei nach den Festnahmen von Terrorverdächtigen in Pakistan erfolgt.

Der Guardian berichtete unter Berufung auf Regierungskreise, dass nach den Festnahmen in Pakistan von dort der Befehl gekommen sei, die Anschlagsserie jetzt zu starten. Die Botschaft sei von Geheimdiensten entschlüsselt worden. Daraufhin hätten sich die Behörden dann am Mittwochabend kurzfristig zum Eingreifen entschlossen. Nach anderen Berichten war ursprünglich geplant, die Anschlagsserie erst in einem Monat zum fünften Jahrestag der Anschläge vom 11. September 2001 zu starten.
Geplant war offensichtlich, die Flugzeuge mit Flüssigsprengstoff explodieren zu lassen. Dazu hätten die Selbstmord-Attentäter im Flugzeug Chemikalien vermischen wollen. Der Sprengstoff sollte dann mit Hilfe von elektronischen Geräten wie Handys, iPods oder Digitalkameras gezündet werden.
Die Bank von England fror die Konten von insgesamt 19 Terrorverdächtigen ein, deren Namen genannt wurden. Dabei handelt es sich um Männer im Alter zwischen 17 und 35 Jahren. Die meisten sollen sowohl die britische als auch die pakistanische Staatsbürgerschaft haben.

US-Präsident George W. Bush und andere Politiker bekräftigten ihre Entschlossenheit, den Terrorismus zu bekämpfen. Bush dankte dem britischen Premierminister Tony Blair und den britischen Behörden für eine hervorragende Zusammenarbeit. Die vereitelten Anschläge sei eine "starke Erinnerung daran, dass wir eine Nation sind, die sich im Krieg mit den Islamfaschisten befindet".

Nachdem die Angst vor neuen Terroranschlägen den internationalen Luftverkehr am Donnerstag teilweise zum Erliegen gebracht hatte, normalisierte sich die Lage am Abend langsam wieder. Mehrere hundert Flüge wurden gestrichen. Zehntausende Menschen saßen auf Flughäfen fest. Allein im Vereinigten Königreich waren nach offiziellen Angaben rund 400.000 Menschen betroffen. Weltweit wurden die Sicherheitsvorkehrungen verschärft, so auch in Deutschland. Die Mitnahme von Handgepäck wurde mancherorts völlig verboten. Nach Angaben der Lufthansa in Frankfurt sind ab sofort Flüssigkeiten im Handgepäck auf Flügen in die USA verboten. Dazu zählten neben Getränken auch Sonnenmilch, Zahnpasta oder Haargels. Ausnahmen gibt es bei Babynahrung sowie für dringend notwendige Medikamente.

Der Terroralarm in Großbritannien heizte auch in Deutschland die Debatte über schärfere Sicherheitsgesetze neu an. CSU-Politiker bekräftigten den Ruf nach Bundeswehreinsätzen im Inneren. Die Grünen und die FDP lehnen eine Verschärfung der Anti-Terror-Gesetze ab.