Die Party geht weiter - Deutschlands WM-Helden haben Joachim Löw einen guten Start als Bundestrainer beschert. Mit dem 3:0 (3:0) im ersten Länderspiel der neuen Saison gegen Schweden holten Miroslav Klose und Co. am Mittwoch in Gelsenkirchen nicht nur die Euphorie noch einmal zurück, sondern weckten auch neue Lust auf die am 2. September beginnende Qualifikation für die Europameisterschaft 2008. Neben Klose (8./44. Minute) beteiligte sich vor 53 000 begeisterten Zuschauern in der Veltins-Arena noch Bernd Schneider (4.) an dem 45-minütigen Torreigen der deutschen Mannschaft, die ihren ersten Erfolg in Gelsenkirchen seit 1992 (1:0 gegen die Türkei) einfuhr.

Mit dem 14. Länderspiel-Sieg gegen die Skandinavier, der wie eine Kopie des 2:0 im WM-Achtelfinale wirkte, verzeichnete Löw wie seine Vorgänger Jürgen Klinsmann (3:1 in Österreich) und Rudi Völler (4:1 gegen Spanien) einen perfekten Einstand auf der Bank. Ähnlich wie Klinsmann ging auch Löw bei seiner Premiere als Chef engagiert mit und feuerte das Team immer wieder leidenschaftlich vom Spielfeldrand aus an.

17 Tage vor dem Ernstfall in der EM-Ausscheidung gegen Irland in Stuttgart präsentierte sich der deutsche Kader trotz des Ausfalls von fünf Stammkräften schwungvoll und spielfreudig. Glanzstück bei Löws Debüt war die Offensiv-Abteilung um den kaum zu bremsenden Klose. Mit seinem sechsten Doppelpack im DFB-Trikot und nun insgesamt 31 Toren zog der Bremer, der vor dem Spiel als Fußballer des Jahres ausgezeichnet wurde, in der deutschen Länderspiel-Statistik mit Michael Ballack gleich. Etwas im Schatten seines Sturmpartners stand Lukas Podolski, dem trotz allen Engagements nicht sehr viel gelang. In der 57. Minute sah der bisweilen übermotiviert wirkende Neu- Münchner die Gelbe Karte.

Das bis auf den angeschlagen fehlenden Ballack in Bestbesetzung aufgestellte Mittelfeld war den Skandinaviern in allen Belangen überlegen. Als entscheidender Vorteil erwies sich die Tatsache, dass die Gastgeber beim vierten Länderspiel in der Gelsenkirchener Arena als eingespieltes Team auftraten, während bei den Schweden häufig die Ordnung fehlte. Dreh- und Angelpunkt im deutschen Kreativzentrum war neben dem defensiv souveränen Torsten Frings vor allem Schneider. Der Leverkusener krönte seine Leistung mit dem zweiten Tor in seinem 72. Länderspiel.

Angesichts der klaren Führung brachte Löw zu Beginn der zweiten Halbzeit mit dem Berliner Malik Fathi und Manuel Friedrich von Mainz 05 für Arne Friedrich und Marcell Jansen die beiden ersten Debütanten in seiner Amtszeit ins Spiel. Auch Matchwinner Klose durfte sich die zweite Hälfte von der Bank aus anschauen. Für ihn kam Oliver Neuville zu einem weiteren Einsatz. Als nächster durfte Lokalmatador Gerald Asamoah für Podolski ran.

Knapp acht Wochen nach der Achtelfinale wurden die Skandinavier erneut überrumpelt. Wie beim damaligen 2:0 in München dauerte es erneut nur ganze vier Minuten, ehe Schneider nach einer Hereingabe von Tim Borowski für die Führung sorgte. Weitere vier Minuten später musste das nach der Weltmeisterschaft von Trainer Lars Lagerbäck verjüngte "Drei-Kronen-Team" den nächsten Schlag hinnehmen. Klose drang energisch in den Strafraum ein, umkurvte Kim Källström und Petter Hansson wie Slalomstangen und schob den Ball an Torhüter Rami Shaaban vorbei in die lange Ecke. 120 Sekunden zuvor war ein Treffer des knapp im Abseits stehenden Bremers nicht anerkannt worden.