Schäuble sagte er Sächsischen Zeitung , Deutschland könne sich aufgrund seiner besonderen historischen Verantwortung gegenüber Israel einem Einsatz im Libanon nicht verweigern. Die Möglichkeiten der Bundeswehr seien wegen anderer Auslandseinsätze jedoch nicht unbegrenzt.

Die CSU bemüht "historische Gründe", verwendet sie aber gegen einen deutschen Einsatz im Nahen Osten. Ihr Generalsekretär Markus Söder verwies in der Berliner Zeitung darauf, dass auch bei einem Einsatz lediglich von Marine und Grenzpolizei nicht auszuschließen sei, dass deutsche Soldaten oder Polizisten in Kampfhandlungen verwickelt würden – gegen israelische Soldaten.

Bayerns Ministerpräsident Edmund Stoiber sieht im Parlament und in der Bevölkerung keine Mehrheit für den Einsatz deutscher Kampftruppen. Der Süddeutschen Zeitung sagte der CSU-Chef, Deutschland solle sich "in anderer Form" an einer UN-Friedensmission beteiligen. Als Beispiele nannte er die Ausbildung von Sicherheitskräften, die Unterstützung von Sicherheitsstrukturen für den Libanon und Hilfe beim Wiederaufbau. Stoiber sieht für seine Position eine wachsende Zustimmung in der Großen Koalition.

Der Vorsitzende der Polizeigewerkschaft, Konrad Freiberg, äußerte ebenfalls Bedenken bei einem Einsatz der Bundespolizei. Diese sei dafür weder personell noch von der Ausbildung und der Ausrüstung her vorbereitet.

Unterdessen fordern die Grünen die Bundesregierung zu einer Entscheidung über einen Einsatz auf. Grünen-Fraktionschef Fritz Kuhn schloss eine Zustimmung der Grünen zu einem deutschen Einsatz grundsätzlich nicht aus. "Aber einem Kampfeinsatz deutscher Truppen würden wir nicht zustimmen."

Die Koalitionsspitze mit Kanzlerin Angela Merkel berät an diesem Mittwoch über eine deutsche Beteiligung an der UN-Friedensmission im Südlibanon. Bereits am Donnerstag will Verteidigungsminister Franz Josef Jung (CDU) den UN in New York konkrete Vorschläge vorlegen. Außenminister Frank-Walter Steinmeier (SPD) plädierte für eine offene Diskussion, damit "das Parlament eine Entscheidung treffen kann".