Es könnten weiter »Leute frei herumlaufen, die Angriffe gegen Großbritannien planen«, sagte Reid am Montag in London. Allerdings glaube die Polizei nun, die Hauptverdächtigen im Zusammenhang mit geplanten Sprengstoffattentaten auf Passagierflugzeuge festgenommen zu haben.

In der Nacht hatte das Innenministerium die Terrorwarnung von der höchsten Stufe »critical« (»kritisch«) auf die zweithöchste Stufe »severe« (»ernst«) gesenkt. In einer Erklärung des Innenministeriums hieß es, das bedeute, dass die Möglichkeit eines Terroranschlages immer noch sehr wahrscheinlich sei, aber das auf Grund von Geheimdienstinformationen ein Attentat nicht mehr unmittelbar bevorstehe. Zugleich senkte das US-Heimatschutzministerium die Warnstufe für aus Großbritannien kommende Flüge vom höchsten Grad »rot« auf »orange«, dem zweihöchsten Wert, herunter.

 

Reid betonte, dass die Festlegung der Terrorwarnstufe durch Sicherheitsexperten in einem speziellen Zentrum zur Lageanalyse erfolge »und nicht durch Politiker«. Der Minister hatte noch am Sonntag erklärt, die Terrorgefahr sei derart groß, dass die höchste Warnstufe unbedingt gerechtfertigt sei. Im Rahmen der teilweisen Entwarnung wurden am Montag auch die Personenkontrollen an den britischen Flughäfen gelockert. Die Mitnahme von Handgepäck wurde wieder zugelassen. Allerdings darf es nach Auskunft des Transportministeriums künftig nur noch halb so groß sein wie früher. Dies erleichtere die Kontrollen, sagte Transportminister Douglas Alexander. Flüssigkeiten seien im Handgepäck auch weiterhin verboten. Besondere Regeln gelten weitere für alle Flüge in die USA.

Die höchste Terrorwarnstufe war am vergangenen Donnerstag ausgerufen worden, als die Polizei bei einer groß angelegten Operation mehr als 20 mutmaßliche Terroristen festnahm. Die Vernehmung der Männer ging am Montag weiter. Nach Polizeiangaben wollten sie bis zu zehn Passagiermaschinen während des Fluges in die USA mit an Bord geschmuggelten Flüssigsprengstoff zum Absturz bringen.