Britische Anti-Terror-Spezialeinheiten haben nach Regierungsangaben verheerende Sprengstoffanschläge auf zahlreiche Passagierflugzeuge verhindert. Vor allem seien Anschläge auf Flüge in Richtung USA geplant gewesen, berichtete der Fernsehsender BBC.

Mit den Sprengstoffattacken von bislang nicht näher bezeichneten Terroristen sollten "erheblich" viele Menschenleben vernichtet werden, sagte der britische Innenminister John Reid am Donnerstagmorgen im Fernsehen. Nach Polizeiangaben wurden bislang 18 Tatverdächtige im Großraum London festgenommen.

Die geplanten Anschläge hätten eine "bedeutende Gefahr für Großbritannien und seine internationalen Partner" dargestellt, sagte der Minister. Die behördliche Terrorwarnung sei in der zurückliegenden Nacht auf die höchste Stufe angehoben worden. "Wir tun alles, um jeden weiteren Terroranschlag zu verhindern."

Zugleich rief der Minister die Bevölkerung auf, Ruhe zu bewahren. Im Flugverkehr seien allerdings schwere Störungen durch unbedingt notwendige zusätzliche Sicherheitsmaßnahmen nicht zu vermeiden.

In unbestätigten britischen Medienberichten war von mehr als 20 Flugzeugen die Rede, die Terroristen nach dem Start in Großbritannien zur Explosion bringen wollten. Dabei hätten potenziell Tausende Menschen getötet werden können.

Bei Scotland Yard hieß es, die Anti-Terroroperation sei schon längere Zeit im Gange gewesen. Dass Spezialeinheiten der Polizei und des Geheimdienstes MI5 in der Nacht zum Donnerstag zugriffen, bedeute nicht, dass die Bombenanschläge auch für diesen Zeitpunkt geplant gewesen seien, sagte ein Fachmann dem Sender BBC.

Auf allen Flughäfen Großbritanniens wurden am Donnerstag die Sicherheitsvorkehrungen deutlich verschärft. Passagiere dürfen bis auf weiteres kein Handgepäck mit sich nehmen. Selbst geschlossene Brillenetuis und Babynahrung sind verboten.

Wegen der angespannten Sicherheitslage strich die Lufthansa vorerst alle Flüge nach Großbritannien. "Alle Flüge nach Großbritannien werden bis heute Nachmittag, 14 Uhr deutscher Zeit, gecancelled", sagte ein Sprecher der Airline am Donnerstag in Frankfurt am Main. Wie viele Flüge betroffen seien, konnte er noch nicht sagen. Insgesamt standen am Donnerstag 56 Flüge von Lufthansa in Richtung Großbritannien auf dem Flugplan.

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