Sieben Prozent mehr Lohn und Gehalt will die IG Metall in der bevorstehenden Tarifrunde für die 85.000 Beschäftigten der Eisen- und Stahlindustrie in Nordrhein-Westfalen, Niedersachsen und Bremen fordern. Das beschloss am Dienstag die Tarifkommission der Gewerkschaft. Die Laufzeit des neuen Tarifvertrags soll nach den Vorstellungen der Gewerkschafter bei zwölf Monaten liegen.

"Die Erwartungshaltung der Belegschaften ist außerordentlich hoch", sagte der nordrhein-westfälische IG Metall-Bezirksleiter und Verhandlungsführer Detlef Wetzel. Dies gelte insbesondere vor dem Hintergrund einer derzeit "exorbitant guten Situation" der Branche. "Sieben Prozent ist keine bescheidene Forderung", sagte Wetzel. In der kontrovers geführten Diskussion der Tarifkommission seien Forderungen von bis zu zehn Prozent laut geworden.

Zusätzlich will die Gewerkschaft einen neuen Tarifvertrag zum Thema "Perspektive für Beschäftigung und altersgerechtes Arbeiten" abschließen. Dabei wolle die Gewerkschaft Lösungen für die immer älter werdenden Belegschaften der Stahlunternehmen finden, sagte Wetzel. Derzeit liege das Durchschnittsalter in der Branche bei 43,2 Jahren.

Noch vor dem Ende der Friedenspflicht am 1. September wollen sich Arbeitgeber und Gewerkschaften am 23. August in Gelsenkirchen zu einer ersten Verhandlungsrunde treffen. In die zurückliegende Stahl-Tarifrunde 2005 war die IG Metall mit einer Forderung von 6,5 Prozent mehr Lohn und Gehalt gegangen. Der erzielte Tarifabschluss hatte schließlich bei 3,5 Prozent gelegen, bezog sich aber nicht ausschließlich auf Stahlunternehmen.

Die Stahlregionen Ostdeutschland mit Eisenhüttenstadt und das Saarland wollen offenbar der Entwicklung des Tarifgebietes NRW, Niedersachsen, Bremen folgen, hieß es aus Gewerkschaftskreisen.