Die Europäische Union will "so rasch wie möglich" Klarheit über die Beteiligung von EU-Staaten an der von den Vereinten Nationen für den Süd-Libanon geplanten Friedenstruppe schaffen. Dies sagten EU-Diplomaten am Montag in Brüssel. Vertreter der 25 EU-Regierungen treffen sich am Mittwoch und am Donnerstag im Politischen und Sicherheitspolitischen Komitees (PSK) in Brüssel zu einer Bestandsaufnahme der Einsatzvorbereitungen.

Bisher sei noch unklar, wie groß der Anteil der EU-Staaten an der UN-Friedenstruppe sein werde, die insgesamt 15.000 Mann stark sein soll, hieß es. Geplant sei aber "ein wesentlicher Beitrag". Bisher haben sich die EU-Mitglieder Frankreich, Italien, Griechenland und Schweden grundsätzlich zur Entsendung von Soldaten bereit erklärt. Auch Nicht-EU-Staaten wie Norwegen und Kanada sollen bereit sein.

Nach Angaben des Büros von Libanons Ministerpräsident Fouad Siniora am Sonnabend seien zudem auch Indonesien, Malaysia, Marokko, Spanien und die Türkei bereits sich mit Soldaten zu beteiligen, sofern "alle libanesischen Parteien ihre Beteiligung akzeptieren".

Offizielle EU-Angaben gibt es nicht: "Die Bekanntgabe ist Sache der einzelnen Staaten." So ist Frankreich bislang mit 200 Soldaten beteiligt und will weitere 2000 Uniformierte in das Krisengebiet schicken, Italien soll die Entsendung von 2000 bis 3000 Soldaten planen.

Die Koordination des europäischen Beitrags liegt beim außenpolitischen EU-Beauftragten Javier Solana. Es werde jedoch keine "EU-Truppe" aufgestellt, wie sie derzeit unter der blauen EU-Fahne im Kongo zur Absicherung der Wahlen eingesetzt ist. Vielmehr handele es sich bei der Bereitstellung von Soldaten um nationale Beiträge einzelner EU-Staaten für eine Truppe, die von den Vereinten Nationen aufgestellt und geführt werde.

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