Nur die Werbungs­kosten­pau­schale von 51 Euro (Ehepaare 102 Euro) für Zins- und Dividen­den­erträge ändert sich nicht. FINANZtest sagt, welche Spielräume Familien mit Kindern nutzen können, worauf Ehepaare achten müssen und wie Anleger durch Umschichten im Depot dennoch Steuern sparen können.

Nur noch 801 Euro freistellen

Alleinstehende Anleger dürfen ihren Banken und depotführenden Instituten in Deutschland ab 2007 lediglich Freistellungs­aufträge in Höhe von 801 ­Euro (750 Euro gekürzter Sparerfreibetrag plus 51 Euro Werbungs­kosten­pau­schale) für steuerpflichtige Kapitalerträge erteilen. In diesem Jahr erhalten sie noch 1421 ­Euro (1370 Euro plus 51 Euro) steuerfrei.

Verheiratete Sparer können ab Silvester höchstens bis zu 1602 Euro (1500 Euro plus 102 Euro) Kapitalerträge freistellen. Bisher dürfen Ehepaare insgesamt 2842 Euro im Jahr mithilfe der Frei­stellungsaufträge steuerfrei kassieren. Viele müssen wegen der erheblichen Kürzung ihre Freistellungsformulare bis zum Jahresende anpassen. Schöpfen Sparer in diesem Jahr den Sparerfreibetrag aus, müssen sie im nächsten Jahr je nach persönlichem Grenzsteuersatz mehr Einkommensteuern zahlen. Doch es gibt Möglichkeiten gegenzusteuern.

Vermögensteile auf Kinder überschreiben

Eltern können Vermögen auf ihre Kinder übertragen. Sie gelten als vollwertige Steuerzahler. Pro Kind sind dieses Jahr noch bis zu 9121 Euro Zinsen und Dividenden steuerfrei, wenn sie keine anderen steuerpflichtigen Einnahmen als Kapitalerträge haben. Ab 2007 aber sinkt ihr steuerfreies Einkommen um 620 Euro auf 8501 Euro. Die Bank zahlt den Kindern die Kapitalerträge auch dann steuerfrei aus, wenn sie den Sparerfreibetrag übersteigen. Dafür müssen die Eltern eine Nichtveranlagungsbescheinigung vorlegen. Die gibt das Finanzamt auf Antrag heraus.

Einkommensgrenze für Kinder beachten

Bis zu 205.000 Euro können sowohl ­Vater als auch Mutter alle zehn Jahre schenkungssteuerfrei auf jedes Kind überschreiben. Achtung jedoch bei volljährigen Kindern: Sie dürfen derzeit nur 7680 Euro Einkünfte und Bezüge im Jahr haben. Sind es auf Grund der Zinseinnahmen aus dem übertragenen Vermögen mehr, verlieren die Eltern den Anspruch auf Kindergeld, Kinder- und Ausbildungsfreibeträge sowie auf den Entlastungsbetrag für allein erziehende Singles mit Steuerklasse II. Hier zählen die Sparzinsen der Kinder voll mit. Nur die Werbungskosten werden abgezogen oder die Pauschale von 51 Euro.