Nun also doch: Natascha Kampusch stellt sich den Medien und hat einem Interview zugestimmt. Schon am Dienstagabend wollte der österreichische Sender ORF mit dem 18-jährigen Entführungsopfer sprechen. Am Mittwochnachmittag wird dann in der Sendung Willkommen Österreich zunächst ein Gespräch mit dem Interviewer Christoph Feuerstein gesendet. In der Nachrichtensendung Zeit im Bild um 19.30 Uhr sollen erste Ausschnitte des Gesprächs zu sehen sein. Um 20.15 Uhr wird schließlich das ganze Interview gezeigt. Das deutsche Publikum wird alles eine Stunde später in der RTL-Sendung Extra sehen können.

50 Fragen wollen die ORF-Journalisten Natascha Kampusch vorlegen, aus denen sie auswählen kann, welche sie beantworten will. Wenn sie es wünsche, solle ihr auch die Möglichkeit gegeben werden, ihr Gesicht zu verdecken, hört man aus Wien. Das Gespräch soll etwa 20 Minuten dauern.

ORF-Reporter Feuerstein kündigte an, dass heikle Fragen ausgeschlossen bleiben sollen: »Für mich ist ganz klar, dass ich sie sicher nicht über irgendwelche sexuellen Beziehungen fragen werde«, wird der Journalist auf der ORF-Homepage zitiert. »Das ist der heikelste Bereich, der für die Öffentlichkeit jetzt auch nicht interessant sein sollte.« Er will stattdessen den Schwerpunkt auf das neue Leben der jungen Frau nach ihrer Flucht legen.

Der Medienberater Kampuschs, Dietmar Ecker, hatte in den vergangenen Wochen rund 300 Anfragen internationaler Medien für ein Exklusiv-Interview erhalten. Neben dem ORF, der auch den Weiterverkauf der Senderechte organisieren soll, kommen die Kronen-Zeitung und  News zum Zug. Die Interviews sollen in den Donnerstag-Ausgaben erscheinen.

Warum interessiert uns der Fall Kampusch so sehr? Eine Analyse von Robert Misik