Hinzu kommen die Risiken des spezifisch deutschen Ansatzes, die „hearts and minds“ im Einsatzland zu gewinnen. Der Schutzfaktor eines Fahrzeuges verliert schließlich seine Bedeutung, sobald ein deutscher Soldat als fröhliches Winkemännchen sein Fahrzeug verlässt. Sein persönlicher Schutz gegen Attacken aller Art ist, vorsichtig ausgedrückt, eher durchlässig.

Hinter alledem verbirgt sich ein prinzipielles Problem. Der Generalinspekteur der Bundeswehr, Wolfgang Schneiderhan, fordert zwar in seinem autoritativen „Bundeswehrplan 2007“ die „strikt einsatzorientierte Neuausrichtung“ der Bundeswehr. Doch seinem Rat wird nicht wirklich gefolgt. Betrachtet man die Prioritäten der zur Vorlage im Haushaltsausschuss des Bundestages gebrachten Beschaffungsvorhaben, dann richten sich die meisten eben doch darauf, Fähigkeiten im klassischen Kriegseinsatz zu verbessern und nicht auf die wachsende Zahl der Peacekeeping-Missionen.

Das aber bedeutet: Die ohnehin knappen Mittel werden falsch eingesetzt – zu Lasten der Soldaten, die Leib und Leben einsetzen. Ihr Risiko, da mag der Wehrbeauftragte noch so mahnend den Finger erheben , wird von der Politik leider nicht ernst genug genommen.

Der Rüstungsexperte Michael Forster betreibt die Website " Geopowers ". Wenn Sie über aktuelle sicherheitspolitische Entwicklungen auf dem Laufenden sein wollen, besuchen Sie auch unser " Kosmoblog ".

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