"In einer Quali gibt es keinen Schönheitspreis zu gewinnen." Diese Einschätzung der Spieler nach dem 1:0 gegen die Iren kann ich nur teilen. Wichtig sind in diesen Begegnungen die drei gewonnenen Punkte - gerade im ersten Spiel auf dem Weg zur Europameisterschaft 2008.

Der Sieg ist eher zu loben als das Spiel der deutschen Nationalmannschaft, das erst nach 20 Minuten in Schwung kam. Zuvor haben die Iren sehr clever agiert. Dem deutschen Druck sind sie mit einem Gegenpressing begegnet. Der Löw-Truppe muss man zugestehen, dass sie sich dadurch nicht hat beirren lassen. In der Mitte der ersten Halbzeit hat sich die Mannschaft dem Spiel des Gegners gestellt und ihre stärkste Phase gehabt. Schon in diesem Abschnitt hätte die DFB-Elf in Führung gehen müssen.

Der Ehrentreffer durch Podolski war eher ein Konstrukt des Zufalls. Wäre der Ball nicht abgelenkt worden, hätte keine Gefahr für das Tor des überragenden Shay Given bestanden. So hat Deutschland in der zweiten Halbzeit, die nicht so attraktiv wie die erste war, das Spiel entschieden. Das nennt man dann Arbeitssieg.

Das 1:0 war glücklich und verdient. Das hört sich paradox an, aber so ist es. Irland hätte in der letzten Minute, als sie eine Riesenchance hatten, den Ausgleich erzielen können. Da konnte Jogi Löw an der Linie richtig durchatmen, dass der Ball nur knapp über das Tor ging. Gleichfalls hatten Klose, Podolski und Ballack eine große Anzahl exzellenter Tormöglichkeiten, die den Sieg auf jeden Fall rechtfertigen.

Ein weiterer Grund für die gewonnenen drei Punkte war die überraschend stabile Abwehr. Friedrich und Friedrich haben in der Innenverteidigung eine solide Leistung erbracht und wurden durch Defensivspieler auf den Außenbahnen gut unterstützt. Der Konstellation, Lahm auf der rechten Seite spielen zu lassen, gehört die Zukunft. Aber nur dann, wenn Jansen auf links weiter so effektiv spielt wie gegen Irland. Die Abwehr war das Fundament des Siegs.

In einer Qualifikation ist es eh egal, wie Spiele gewonnen werden. Spätestens nach der nächsten Partie interessiert sich keiner mehr für das 'Wie'. Das gilt für Deutschlands Erfolg wie auch für den der Tschechen, die nur knapp mit 2:1 gegen Wales gewonnen haben. Die bleiben für mich, neben der DFB-Elf, der größte Favorit der Gruppe D, auch wenn sie sich im ersten Pflichtspiel nach der WM schwergetan haben.

Am Mittwoch haben wir mit San Marino einen Gegner, gegen den die Stürmer dann im Mittelpunkt stehen werden. Das wird eine deutlich einfachere Aufgabe als dieser Auftaktsieg. Freuen wir uns auf ein Torfestival.

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