Unisono brüllt es aus dem Blätterwald: »Die Band der Stunde heißt Mando Diao.« Ohren zuhalten nützt nichts, und wer Augen hat zu sehen, der liest auch überall das Gleiche. Hört überhaupt noch jemand hin, oder schreiben alle bloß den Waschzettel der Plattenfirma ab? © Ingo Wagner /dpa;Montage: Tim Holthoefer für ZEIT online

Lesen wir mal nach - und, bitte: Niemand möge sich über die Orthografie der Zitate wundern; sie standen so da…

Verantwortlich für den »Hype, der die Band sehr unmittelbar in die Wahrnehmung pushte« (Intro), den »Trubel« (Rolling Stone) und die »Hysterie« (Intro) ist Mando Diaos neues, drittes Album Ode To Ochrasy . Es entstand » straight outta the Tourmaschinerie« (Intro) und »erzählt über ihre Zeit auf Tour« (Spex). »Auf solchen Platten schreiben Bands zumeist nur noch über das skurille Leben auf Tour und verlieren ihre Allgemeingültigkeits-Power, weil sie völlig aus jeglichem Alltag, den sie einst mit ihren Fans teilten, gebombt wurden» (Intro). Nicht so »die Könige der Campus-Invasion« (Rolling Stone). Natürlich nicht.

Früher fielen »die fünf Schweden« (Brigitte, Hamburger Morgenpost), diese »vier schwedischen Jungs« (focus.de), »durch öffentliche Flegeleien und arrogante Interviewantworten« (focus.de) auf. Die »Großmäuler« (Rolling Stone) tönten »gerne mal, sie seien schon jetzt besser als die Beatles« (Spex). »Hemdsärmlige Halbstarke« (focus.de) eben.

Das mit der »großen Klappe« (focus.de) und dem »fraglichen Image« (focus.de) scheint vorüber zu sein, »die als gar nicht mehr so arrogant verschrienen« (Intro) »Jungs aus Borlänge« (laut.de), aus dem »skandinavischen Kuhkaff Börlänge« (focus.de), die »in Wirklichkeit wahrscheinlich hypersensiblen und total umgänglichen« (spiegel.de) »Provinz-Schweden« (focus.de) scheinen ihre »Flegeljahre hinter sich gelassen zu haben« (focus.de) . »Die Diaos haben die Pubertät erfolgreich abgeschlossen« (focus.de) und treten nun mit »dem insgesamt durchdachtesten und entsprechend am wenigsten ungestümen Werk« (Brigitte) an die Öffentlichkeit. Einem Werk zumal, mit dem sie »ihr Reifezeugnis ablegen. Die Songs klingen nicht mehr so wild und unkontrollierbar« (laut.de). Lahm geworden sind sie dabei nicht, nein. Einfach nur »wunderwunderschön, aber alles andere als lahm« (laut.de). Gar Reife könnte man »den Schwedenhappen« (amazon.de, MTV) attestieren, sind sie doch schon »wieder ein gutes Stück reifer geworden« (focus.de) .

Bereits »die erste Single Long Before Rock'n'Roll frisst sich bei jedem Hören tiefer ins Gedächtnis« (laut.de), und ist »ohne Gewalt nicht mehr aus den Ohren heraus zu bekommen« (laut.de). So waren die Erwartungen an das folgende Album hoch. »Um es kurz zu machen« (laut.de) »das kann man vorwegnehmen: sie halten das hohe Level« (Intro). »Das Quartett tut immer noch das, was es am besten kann: rocken, rocken und rocken« (laut.de) und »ordentlich Gas geben« (Brigitte).