Der Antiterrorkrieg sei der "Auftrag unserer Generation", sagte Bush in einer Fernsehansprache am fünften Jahrestag der Anschläge vom 11. September. Amerika habe sich nicht nach diesem Krieg gedrängt. "Und jeder Amerikaner wünscht sich, dass er vorbei wäre... Aber der Krieg ist nicht vorbei - und er wird nicht vorbei sein, bis entweder wir oder die Extremisten als Sieger daraus hervorgehen."

Bush rief die Nation zur Einigkeit auf und versprach: "Wir werden unsere Feinde schlagen ... und wir werden das 21. Jahrhundert zu einer leuchtenden Ära menschlicher Freiheit machen." An den bisher nicht gefassten Al-Qaida-Chef Osama bin Laden und andere Topterroristen gerichtet sagte Bush: "Wie lange auch immer es dauern mag, Amerika wird Sie finden und zur Rechenschaft ziehen."

Zuvor hatte Bush mit seiner Frau Laura in New York an den Gedenkfeiern für die 2.749 Toten des Anschlags auf das World Trade Center teilgenommen. Dort verlasen Angehörige die Namen der Opfer. Anschließend besuchte Bush auch Gedenkfeiern in Shanksville, wo eine von den Terroristen entführte Maschine abgestürzt war, und am Pentagon bei Washington. An beiden Orten legte er Kränze mit weißen Lilien nieder. Zu bewegenden Szenen kam es bei der Begegnung mit Hinterbliebenen der 184 Opfer am Verteidigungsministerium. Bush standen Tränen in den Augen, als er mit Familienangehörigen sprach und sie umarmte.

Zum auch in den USA heftig kritisierten Irakkrieg sagte der Präsident, die USA und ihre Verbündeten hätten einen "klaren" Plan, der Demokratie zum Erfolg zu verhelfen. Die USA würden den Irak nicht verlassen, bis ihre Aufgabe erfüllt sei. "Welche Fehler auch immer im Irak gemacht worden sind: Der größte Fehler wäre es zu glauben, dass der Feind uns in Ruhe ließe, wenn wir uns zurückzögen", sagte Bush. "Sie werden uns nicht in Ruhe lassen... Die Sicherheit Amerikas entscheidet sich im Ausgang der Schlacht auf den Straßen von Bagdad."

Außenministerin Condoleezza Rice erinnerte an Hunderte Opfer aus mehr als 90 Ländern, die am 11. September 2001 getötet wurden. Die Anschläge seien ein Angriff auf die universellen Ideale von Frieden, Freiheit und Menschenrechten gewesen, sagte Rice in Washington.

UN-Generalsekretär Kofi Annan sagte: "Die Anschläge vom 11. September 2001 haben uns alle bis ins Mark getroffen, weil sie ein Angriff auf die Menschlichkeit waren." Man dürfe allerdings auch die Opfer anderer Terroranschläge auf der Welt nicht vergessen.

Merkel: Menschenrechte wahren!

Bundeskanzlerin Merkel mahnte, im Kampf gegen den Terror die Menschenrechte zu wahren: "Unser Kampf gegen den islamistisch motivierten Terrorismus wird nur erfolgreich sein, wenn wir die demokratische und wirtschaftliche Entwicklung in den betroffenen Krisenregionen stärken und den Menschenrechten mehr Achtung verschaffen." Das Beispiel Afghanistan zeige zwar, dass in Einzelfällen militärische Mittel unvermeidlich seien. Aber auch im Anti-Terror-Kampf dürfe der Zweck nicht die Mittel heiligen.

Unterdessen rief der zweite Mann an der Spitze des Terrornetzwerks al-Qaida, Eiman al-Sawahiri, zu neuen Anschlägen gegen amerikanische Ziele auf. In einer neuen Videobotschaft, die der arabische Nachrichtensender al-Dschasira am Montag ausstrahlte, drohte der Ägypter außerdem, die westlichen Regierungen sollten "ihre Zeit nicht damit verschwenden, ihre Truppen im Irak und in Afghanistan zu verstärken, denn die Niederlage wird ohnehin ihr Schicksal sein".

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