Nach dem glanzlosen Erfolg gegen Irland hat die Nationalmannschaft mit einem 13:0-Sieg in San Marino die Tabellespitze der Gruppe D übernommen. Mit einem Satz lässt sich so das Wichtigste der Partie festhalten. Dieser Kantersieg war gut für das schon vorhandene Selbstvertrauen; insbesondere für die Stürmer Podolski und Klose, die zusammen sechs Treffer erzielt haben. Ein hoher Sieg war Pflicht, und dieser außergewöhnlich deutliche Erfolg war die Kür. Die Spieler haben nach dem Abpfiff berichtet, dass es ihnen Spaß gemacht habe. Man glaubt es ihnen. Nur der sportliche Wert dieser Qualifikationsrunde ist sehr gering. Der Gegner war schlicht zu schwach.

San Marino war in etwa auf dem Niveau von Luckenwalde, jener Mannschaft, die vor der Weltmeisterschaft gegen die damalige Klinsmann-Truppe in einem Kurzmatch mit 7:1 verlor. Damals, wie auch beim Spiel in Serravalle, konnte der Trainer Akteure auf das Feld schicken, die ansonsten nicht zum Stamm der Mannschaft gehören. Löw konnte Hitzlsperger und Asamoah das Gefühl geben, dass sie ein fester Bestandteil des Teams sind. Diese Form der Einbindung ist für die Spieler wichtig. Somit hat die Partie dann - neben den drei Punkten - einen weiteren Zweck erfüllt.

Diese Begegnung lädt dazu ein, über einen Vorschlag nachzudenken, denn Arsene Wenger, Trainer von Arsenal London, geäußert hat: Man soll die kleinen (Fußball-)Nationen in einem Wettbewerb antreten lassen, um einen Teilnehmer für die Qualifikation zu ermitteln. Dieses Prinzip wird schon in ähnlicher Form in der Champions League angewendet.

Der Vorteil wäre, dass die Gruppen stärker und ausgeglichener besetzt und auch kleiner wären. In Bezug auf die sportliche Relevanz kann man Wengers Vorschlag begrüßen. Der Abend in San Marino unterstreicht diese Begründung. Ein starkes Gegenargument aber ist die Frage der Gleichberechtigung. Eine formelle Zweiklassen-Gesellschaft erscheint gegenüber den Nationen, die eine Extrarunde drehen müssen, respektlos.

Diese Frage wird die Deutschen nicht allzu lange beschäftigen. Der nächste Gegner, die Slowakei, wird der Mannschaft wieder viel abverlangen. Unter Jürgen Klinsmann gab es in Bratislava in einem Testspiel eine 0:2 Niederlage. Es gilt also nun, die offene Rechnung zu begleichen. Mit dem in San Marino getankten Selbstvertrauen sollte das zu schaffen sein.